Volksstimme-Leser äußern sich zur Haushaltssituation und zur Staßfurter Mauer

"Stadt geht es nicht so schlecht, dass sie ihr Tafelsilber veräußern muss"

Von René Kiel

Die große Volksstimme-Leserbefragung drehte sich dieses Mal ganz um die Finanzprobleme der Stadt Staßfurt und ihre Auswirkungen sowie um die Staßfurter Mauer.

Staßfurt l Dr. Hans-Jürgen Gärtner aus Staßfurt äußerte sich am Volksstimme-Lesertelefon zu der Mauer, die der Investor des Bodeeinkaufsparkes, Uwe Reinders, als Sichtschutz gegen die Alkoholiker im Kaligarten im September des vergangenen Jahres errichtet hatte.

"Die Mauer ist meiner Meinung nach völlig fehl am Platze. Ich kenne viele Leute, die deshalb nur den Kopf schütteln", sagte Dr. Gärtner, der sich für einen Abriss aussprach.

Der Staßfurter ist sehr enttäuscht von Uwe Reinders, dem ehemaligen Fußball-Nationalspieler und Trainer des SV Hansa Rostock.

"Er ist Sportler und will die Alkoholiker aussperren. Andererseits ist es nicht möglich, an der Sparkassenfiliale einen Behinderten-Parkplatz zu schaffen. Da führt kein Weg rein", sagte Dr. Gärtner der Volksstimme.

Hartmut Hahn liest seit Beginn des Jahres 2013 mit Sorge in der Volksstimme und auch im Generalanzeiger immer wieder über die Stimmen einiger Mitglieder des Stadtrates, die das Tafelsilber der Stadt Staßfurt veräußern wollen.

"Der Stadt Staßfurt geht es nicht so schlecht, dass es zu einer solchen Tat kommen muss", meinte der Volksstimme-Leser. Sollte dennoch ein Verkauf der Immobilien der städtischen Wohnungs- und Baugesellschaft mbH Staßfurt erfolgen, dann sei der nächste Schritt der Verkauf der Stadtwerke und von weiteren Vermögenswerten der Stadt, glaubt Hahn.

Er geht davon aus, dass das Vermögen der Stadt den Bürgern der Stadt insgesamt gehört, was bedinge, dass nicht der Stadtrat allein darüber verfügen könne.

In der Stadt Dresden seien derartige Verkäufe von städtischen Wohnungen an einen privaten Investor erfolgt. "Danach sind die Mieten so hoch geschnellt, dass etliche Bürger diese nicht mehr bezahlen konnten und ihre Wohnungen verlassen mussten", sagte Hahn.

"Wir, die Bürger der Stadt Staßfurt, wollen bestimmt nicht das gleiche Drama in unserer Stadt erleben. Sollte die Stadt finanzielle Probleme haben, liegt es nicht an den Stadtwerken und auch nicht an der Wohnungsbaugesellschaft, die wir, also die Bürger, dringend benötigen und die nicht verschleudert werden dürfen", so der Volksstimme-Leser.

Hahn: "Es ist höchste Zeit, dass bei den Sitzungen des Stadtrates die Bürger, die in einer Wohnung der Wohnungsund Baugesellschaft mbH Staßfurt wohnen, gehört werden und ihre Stimme akzeptiert wird."