Straßenbau

Viele Schäden, kein Geld: Prioritätenliste wird nicht erneuert

Die Löcher sind groß. Sowohl auf den Kreisstraßen als auch in der Kreiskasse. Und so sieht es für die Sanierung selbst jener Straßen und Brücken, die auf der Prioritätenliste stehen, nicht gut aus.

Von Sabine Lindenau 19.07.2021, 17:11 • Aktualisiert: 20.07.2021, 09:19
Die Kreisstraße K 1302 zwischen Atzendorf und Lust weist etliche Schäden auf, steht auf  Platz 2 der Prioritätenliste.
Die Kreisstraße K 1302 zwischen Atzendorf und Lust weist etliche Schäden auf, steht auf Platz 2 der Prioritätenliste. Foto: Sabine Lindenau

Schönebeck/Staßfurt - Die Liste ist lang, die Mängel groß, doch das Geld knapp. Wann und ob überhaupt die Prioritätenliste für den Straßenbau und die Ingenieurbauwerke im Salzlandkreis abgearbeitet werden kann, ist unklar.

Ein Flickenteppich hier, ein Schlagloch hundert Meter weiter, brüchiger Beton an anderer Stelle. Die Fahrt über das rund 3,3 Kilometer lange Stück Kreisstraße 1302 hinter Atzendorf Richtung Lust gestaltet sich holprig. Und: Die Fahrbahn ist ein Spiegelbild für derzeit rund 67 Kilometer Kreisstraßen, die einer Sanierung bedürfen.

„Wir gehen von Kostenschätzungen pro Kilometer zwischen 800000 und eine Million Euro aus.“ Ralf Felgenträger kann nicht einschätzen, in welcher Höhe Zuweisungen fließen werden. Der Leiter des Kreiswirtschaftsbetriebes kennt die kaputten Straßen in der Region gut. Die 2012 erstellten Prioritätenlisten für Brücken und Straßen konnten in Teilen abgearbeitet werden. Aber auch nur, weil die Maßnahmen zu hundert Prozent mit Hochwasserschutzmitteln gefördert worden sind. „Hätten wir dieses Geld nicht bekommen, dann würde die Prioritätenliste noch schlechter aussehen als sie jetzt aussieht“, so Felgenträger. Ein grundhafter Ausbau der priorisierten Straßen würde bis zu 67 Millionen Euro verschlingen.

Sowohl im Betriebsausschuss des Kreiswirtschaftsbetriebes als auch im Kreisentwicklungsausschuss machte Felgenträger deutlich, dass derzeit schlichtweg kein Geld da sei. Gute Chancen auf einen Ausbau hätte, so Mittel vorhanden sind, das Stück hinter Atzendorf bis zum Kreisverkehr an der L71. Sie steht auf Platz zwei der Liste.

Umfasste die Liste zum Stand Januar 2013 noch 56 Projekte mit insgesamt 79 Kilometern, sind nun noch 42 mit rund 67 Kilometern übrig. Das Papier von vor sieben Jahren sei nicht noch einmal gecheckt worden, erklärte Felgenträger auf Nachfrage im Kreisentwicklungsausschuss. „Weil wir davon ausgehen, dass es 2012 schon sehr intensiv überprüft wurde.“ Die Verkehrsbelastung habe sich nicht wirklich geändert, die Straßen hätten sich zudem in etwa gleichmäßig verschlechtert. Darum bestehe auch keine Notwendigkeit, für viel Geld neue Prioritäten setzen zu lassen. „Deshalb ist unser Vorschlag, die Liste weiter abzuarbeiten, sobald wir die benötigten Mittel zur Verfügung gestellt bekommen“, so der Leiter des Kreiswirtschaftsbetriebs. „Wir würden gern alle Straßen bauen. Zum Schluss fehlt es immer am Geld.“ Der Kreistag wird am Mittwoch darüber befinden, in beiden Ausschüssen herrschte Einigkeit darüber, keine neuen Prioritätenlisten erstellen zu lassen.