Stendal l Weil er in einer Nacht gleich mehrere Autos in Osterburg demoliert hat, ist unlängst ein Biesestädter vom Amtsgericht in Stendal wegen Sachbeschädigung zu einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu je zwölf Euro (1200 Euro) verurteilt worden. In das Gesamturteil floss eine schon am 2. September verhängte Geldstrafe ein.

Offenbar war Staatsanwaltschaft und Gericht seinerzeit noch nicht bekannt, dass der 25-Jährige am Abend des 25. Juni dieses Jahres gleich mehrere Straftaten begangen hat. Der Angeklagte zog es vor, nicht zu seiner Gerichtsverhandlung zu erscheinen, um etwaig Entlastendes zu seiner Verteidigung vorzu- bringen.

Vier Zeugen waren der Ladung gefolgt. Dabei war auch ein junger Mann, dessen Auto der Angeklagte unter anderem mehrere Fußtritte verabreicht hatte. Die Volksstimme unterhielt sich außerhalb des Gerichtsaales mit dem jungen Mann. Seiner Auskunft nach hat der Angeklagte mehrfach gegen die Fahrertür seines Autos getreten. Außerdem habe er versucht, die Scheibe der Fahrertür einzuschlagen, was ihm aber nicht gelungen sei. Schließlich habe er auch noch ein Rücklicht zertreten.

Grund für die Attacke bleibt im Dunkeln

Der junge Mann saß übrigens während der ganzen Attacke in seinem Auto und musste zumindest um seine Gesundheit fürchten. Wie er weiter sagte, ist sein Pkw in der selben Nacht noch einmal von dem Angeklagten ramponiert worden. Der Schaden an seinem Wagen habe gut 3300 Euro betragen. Zum Glück habe er eine Kaskoversicherung, die den Schaden regulierte. Allerdings müsse er 300 Euro Selbstbeteiligung tragen und werde in der Versicherung hochgestuft.

Wie der Zeuge sagte, befand er sich mit seinem Auto in einer Gruppe Gleichaltriger. Der Angeklagte gehörte demnach zu einer anderen Gruppe, die ebenfalls mit ihren Fahrzeugen in Osterburgs Innenstadt unterwegs gewesen seien. Plötzlich sei die Polizei aufgetaucht und hätte die Gruppe des Angeklagten angehalten und kontrolliert.

Offenbar habe der Angeklagte angenommen, dass er für die Polizeikontrolle mitverantwortlich war, vermutet der Zeuge. Anders könne er sich die Attacke gegen sein Auto nicht erklären. Der Angeklagte habe auch das Auto seiner Freundin attackiert. Die habe aber keine Anzeige erstattet, fügte der junge Mann an. Als Zeuge geladen und erschienen war auch ein Mann der anderen Gruppe.

Da dieser wegen des Ausbleibens des Angeklagten ebenfalls nicht aussagen musste, blieb der Grund für die Attacke auf die Autos unaufgeklärt. Das Motiv wird wohl im Dunkeln bleiben, es sei denn, der Angeklagte legt gegen die jetzt per Strafbefehl ergangene Geldstrafe Einspruch ein, und es kommt doch noch zum Prozess.