Stendal l Zehn Kindertagesstätten gibt es in der Verbandsgemeinde Seehausen, kleinere darunter und auch größere. Und weil die Aufgaben in Sachen Bildung und Erziehung immer größer werden, sei der Austausch untereinander, aber auch mit anderen wichtig. Davon ist Verbandsgemeindebürgermeister Robert Reck überzeugt. Darum nahm er Anfang 2014 Kontakt zum Kompetenzzentrum Frühe Bildung der Hochschule auf, denn er suchte für die vielfältige Kita-Landschaft seiner Verbandsgemeinde nach professioneller Unterstützung, um die Qualität der pädagogischen Arbeit in den Einrichtungen voranzubringen.

Und so begann die Zusammenarbeit. Bereits seit Oktober 2014 gibt es einen pädagogischen Arbeitskreis, in dem sich die Kita-Leiterinnen einmal im Monat treffen. Begleitet werden sie von Luisa Fischer, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Kompetenzzentrums, und von Kornelia Krüger. Sie leitet die Kossebauer Kita „Wichtelhausen“ und hat berufsbegleitend ein Studium für Kita-Leiterinnen absolviert. Jetzt agiert sie in der Verbandsgemeinde Seehausen als Fachberaterin vor Ort. Die Stelle wurde vor gut einem Jahr extra eingerichtet. „Wir haben im Haushalt sogar einen Posten für die Fachberatung“, erklärte Reck. Nach seinen guten Erfahrungen möchte er Bürgermeister-Kollegen ermutigen, den Weg der Kooperation zu gehen. Bisher gibt es einen Kooperationsvertrag des Zen­trums mit der Hansestadt Stendal. „Das Kompetenzzen­trum wäre nichts ohne die Partner in der Region, die initiativ tätig werden. Die Angebote wären nichts, wenn sie ins Leere liefen“, sagte Prof. Wolfgang Maiers, Direktor des Kompetenzzentrums.

Der pädagogische Fachkreis in der Verbandsgemeinde Seehausen erarbeitet derzeit einrichtungsübergreifend ein Leitbild, aus dem perspektivisch ein Qualitätsmanagement werden könnte. Für 2016 sind Hospitationen Stendaler Studierender und Fortbildungen in einigen Einrichtungen geplant. Gute Ratschläge wollen die Wissenschaftler den Erzieherinnen aber nicht geben, sondern den Austausch untereinander fördern, „denn in den Einrichtungen schlummert viel Potenzial“, erklärte Prof. Annette Schmitt, Projektleiterin des Kompetenzzentrums: „Wir wollen keine Weisheiten vermitteln, sondern Prozesse begleiten. Wir wollen den ständigen Transfer in beide Richtungen.“