Stendal l Ein Teil der Husaren-Ställe auf dem Gelände des Justizzentrums an der Scharnhortsstraße wird in Bälde abgerissen, um Platz für die Stendaler Feuerwehr zu schaffen. Eigentlich unter Denkmalschutz stehend, hat die dafür zuständige Behörde nun die Genehmigung für den Abbruch gegeben. Dies bestätigt Armin Fischbach von der Pressestelle der Stadt Stendal: „Die Abrissarbeiten werden in den kommenden Tagen beginnen und sollen bis zum 30. September abgeschlossen werden.“

Die maroden Stallanlagen werden von einem eingeschossigen Neubau ersetzt, der als Gerätehalle genutzt wird. Platz finden dort sieben Fahrzeuge der Feuerwehr und des Katastrophenschutzes. „Zudem soll sie als Lager für Logistik, Atemschutzausrüstung, Nachschubcontainer und verschiedenste Gerätschaften dienen“, sagt Armin Fischbach.

Überdachte Fläche für Übungen

Ergänzt wird das neue Gebäude um eine überdachte Übungsfläche. In kleinem Rahmen werden dort bestimmte Einsatzszenarien geprobt werden, so Fischbach. Der Vorteil für die Feuerwehrkräfte: Sie können weitgehend unabhängig von den Wetterverhältnissen agieren.

Das mittlere Hauptgebäude der Ställe bleibt jedoch erhalten und wird aufwendig saniert. Dort „entstehen Sanitärräume, ein Mehrzweckraum mit Foyer, eine Kleiderkammer sowie Büro- und Technikräume“, erklärt der Rathaussprecher.

Schon seit längerer Zeit hatte die Stendaler Feuerwehr darüber geklagt, dass die Kapazitäten an ihrem bisherigen Domizil an der Von-Schill-Straße erschöpft seien. Im März des vergangenen Jahres warb der damalige Statdwehrleiter Michael Geffers im Stadtentwicklungsausschuss des Stadtrates um Zustimmung für das Projekt. Durch die Gemeindegebietsreform sei die Stendaler Wehr gewachsen, qualitativ hochwertige Aufgaben seien hinzugekommen, argumentierte er.

Schließlich fiel die Entscheidung für den Abriss und den Neubau. Die Stadt Stendal investiert dabei etwa 2,85 Millionen Euro. 1,3 Millionen Euro entfallen auf die neue Halle und die Übungsfläche. Ein Teil der Summe wird aus dem Programm „Soziale Stadt“ finanziert. 2023 soll die Baumaßnahme beendet sein.

Neubau muss sich am alten Gebäude orientieren

Dass die Denkmalschutzbehörde überhaupt ihr Okay für den Abriss gegeben hat, liegt am extrem schlechten Zustand der Gebäude. Eine Sanierung wäre aus wirtschaftlichen Gründen nicht in Frage gekommen, sagt Armin Fischbach. Dies habe eine umfangreiche Prüfung ergeben.

Davon abgesehen hätten die Gebäudeabmessungen – Torbreite, Torhöhe, Raumtiefe – der Ställe nicht mehr den modernen Sicherheitsstandards für Feuerwehren entsprochen. Ganz außen vor bleibt der Denkmalschutz dennoch nicht. Der Abbruch folgt strengen Auflagen. Archäologen sind beteiligt, eine Abbruchdokumentation wird erstellt. Bauzeitliche Bauteile werden gesichert und eingelagert.

Der Neubau muss sich darüber hinaus in seiner Gesamtstruktur an dem ehemaligen Stall orientieren, um dessen historischen Charakter zu bewahren.