Stendal l Mit ihrem Anspruch, Kultur an besondere Orte zu bringen, legen die Akteure der Altmark-Festspiele 2018 noch mal etwas drauf – oder besser gesagt, einige drauf. Orte nämlich, die im fünften Jahr erstmal auf dem wieder sehr gut und abwechslungsreich gefüllten Veranstaltungskalender stehen. Dazu gehören die ehemalige Zuckerhalle in Goldbeck, die Klosterkirche im Gardeleger Ortsteil Kloster Neuendorf, der Gutshof in Welle und Schloss Döbbelin.

Wenn es ums Zulegen geht, dann haben die Altmark-Festspiele noch einiges mehr zu bieten. Für dieses Jahr sind 54 Veranstaltungen geplant: 32 Konzerte, 15 kostenfreie Kinder- und Jugendkonzerte sowie sieben kostenfreie Konzerte in sozialen Einrichtungen – und damit mehr als in den Jahren zuvor. Unter dem Motto „Overtüre“ waren die Altmark-Festspiele 2014 mit elf Veranstaltungen gestartet, die zusammen 799 Besucher anlockten. Schon im Folgejahr (Schwerpunkt: Böhmen und Mähren) gab es 3886 Gäste bei 40 Veranstaltungen, und 2016 (Thema: „Friede ist Freiheit in Ruhe“, Cicero) waren es 4671 Besucher bei ebenfalls 40 Veranstaltungen.

Große Nachfrage

Nach drei Jahren in Trägerschaft der Stiftung Zukunft Altmark taten sich Anfang 2017 sieben altmärkische Unternehmer zusammen und gründeten für die Festspiele eine gGmbH. „Trotz der Umstrukturierung haben wir es geschafft, das Programm erfolgreich zu bespielen“, sagt Reinhard Seehafer, Geschäftsführer und Intendant der Altmark-Festspiele, die er initiiert hatte. Und so gab es 48 Veranstaltungen, die von 5185 Gästen besucht wurden. Thematisch war die Reformation der Schwerpunkt.

„Und auch die Zahl der Förderer und Unterstützer ist zu unserer Freude gestiegen“, ergänzt Michael Pohl, Geschäftsführer und kaufmännischer Direktor der Festspiele. Besonders in der östlichen Altmark hätten sich Unternehmen und Einrichtungen von der Idee begeistern lassen, so Pohl: „Wir werden immer mehr dem Anspruch gerecht, die gesamte Altmark zu bespielen.“

Gastfamilien für Sänger

Wie angekommen und angenommen die Altmark-Festspiele in der Region sind, zeigt ein weiteres Beispiel: Der Aufruf war gerade veröffentlicht, dass für die 58 Sänger der Regensburger Domspatzen, die am 15. Juli in Tangermünde auftreten, Gastfamilien gesucht werden, da waren die Plätze auch schon vergeben. „Das ist richtig eingeschlagen. Die Altmärker zeigen sich von ihrer allerbesten Seite, zeigen ihre Gastfreundschaft“, freut sich Reinhard Seehafer. Denn nicht nur in Tangermünde und Stendal finden die Domspatzen Quartier, sondern auch in der Westaltmark.

Mit dem 2018er Programm wollen die Akteure die Erfolgsgeschichte fortsetzen. Als Titel haben sie „Altmark ... Du Schöne“ gewählt. „Das sagen wir mit Absicht um zu zeigen, dass wir hier etwas machen. Es ist unser Bekenntnis zur Altmark“, erklärt Reinhard Seehafer. Das Festivaljahr ist mit Neujahrskonzerten, zwei Cranach-Konzerten und am vergangenen Wochenende einem Frühlingskonzert in Zichtau schon gut angelaufen (Seehafer: „Alle ausverkauft, wir haben jetzt schon mehr Besucher als 2014 zusammen“), und es folgen noch zwei Frühlingskonzerte in Arendsee und Hohengrieben, doch die eigentlichen Altmark-Festspiele starten am 26. Mai 2018 mit einem Konzert in der Marienkirche Stendal. Als Gäste für die Eröffnung werden Oskar Prinz von Preußen, Herrenmeister des Johanniterordens und Schirmherr der Altmark-Festspiele, sowie Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) erwartet. Zu hören sein wird die Magdeburger Philharmonie unter dem Dirigat von Eduard Topchjan.

Familienfreundliche Zeiten

Beginn ist 16 Uhr – ganz bewusst, denn fast alle Veranstaltungen beginnen um diese Zeit. Einerseits sind die Zeiten familienfreundlich, andererseits haben so auch Gäste von auswärts die Chance, den öffentlichen Nahverkehr nutzen zu können oder selbst mit dem Auto nicht zu spät heimfahren zu müssen, sagt Carmen Seehafer, Leiterin des Festspielbüros, und fügt hinzu: „Denn neben den vielen Fans aus der Altmark kommen zunehmend auch Besucher aus dem Wendland und dem Havelland.“ Kartennachfragen gebe es zudem aus Hamburg, Hannover oder Berlin. Carmen Seehafer: „Einige planen ihren Urlaub nach unseren Veranstaltungen.“

Informationen und einen Ticketshop gibt es im Internet unter www.altmarkfestspiele.de. Tickets gibt es zudem in allen Vorverkaufsstellen der Volksstimme.