Kommunalwahl

Andreas Brohm kandidiert wieder

Andreas Brohm, Bürgermeister der Einheitsgemeinde Tangerhütte, wird für die Wahl am 6. Juni 2021 kandidieren.

Tangerhütte l Mit 72,7 Prozent der Stimmen gewann der damals 35-jährige Musical-Manager und Diplom-Kaufmann Andreas Brohm (parteilos) im September 2014 die Bürgermeisterwahl in Tangerhütte gegen Michael Conrad (CDU). Am 1. November bezog er sein Büro im Rathaus und bereits 14 Tage später kam während einer Hauptausschuss-Sitzung sein erster Hilfeschrei. Eine einzelne Stadträtin, gemeint war Edith Braun (WG Lüderitz), würde das Leben in der Verwaltung unmöglich machen.

Damals hatte Brohm noch große Teile des Stadtrates hinter sich. Wenige Wochen später stellte er das Tangerhütter Kulturhaus in Frage, was für scharfe Kritik von Seiten vieler Mandatsträger sorgte. Auch in den folgenden Monaten und Jahren gab es von Seiten des damaligen Politikneulings Äußerungen und Entscheidungen die von Teilen, oft auch von Mehrheiten, des Tangerhütter Stadtrats nicht mitgetragen wurden. Neben dem Kulturhaus wurde beispielsweise über Schloss und Wildpark gestritten, nach dem „Maulkorbbeschluss“ vom Anfang seiner Amtszeit hat Brohm zu deren Ende nun auch zwei Disziplinarverfahren anhängig.

Sein Job als Bürgermeister der Einheitsgemeinde ist alles andere als vergnügungssteuerpflichtig. Trotzdem kündige er am 27. Dezember in einer Pressemitteilung an, zur Bürgermeisterwahl am 6. Juni wieder als Kandidat zur Verfügung stehen zu wollen. „Die Entscheidung ist in den vergangenen Wochen gereift. Die Altmark ist meine Heimat, ich würde gern weiterhin mitgestalten und meine Familie fühlt sich hier sehr wohl“, so der Amtsinhaber.

Ich „freue mich darauf, zusammen mit den Einwohnern Ideen für die Region umzusetzen“, so Brohm kurz nach seiner Wahl vor nunmehr sechs Jahren. Im Gespräch mit der Volksstimme stellt er heute zurückblickend fest: „In der Einheitsgemeinde steckt so viel Potenzial, dass wir trotz schlechter Haushaltslage in den vergangenen sechs Jahren viel auf den Weg bringen konnten.“

Ihn würden vor allem die zahlreichen engagierten Einwohner, Projekte, Aktionen und Erfolge der vergangenen Legislatur motivieren, sich für eine zweite Amtszeit zur Wahl zu stellen. So hätte das „Netzwerk Neue Nachbarn“ seit 2015 mit Hilfe der Verwaltung erfolgreich zahlreiche Geflüchtete integriert. Mit einmaligem bürgerschaftlichen Engagement sei die von ihm initiierte Aktion „Dachschaden“ zur Rettung des Neuen Schlosses im Gartentraumpark umgesetzt worden. Ein Heer von Freiwilligen habe dazu beigetragen, dass das Frühlingserwachen im Weißewarter Wildpark ein voller Erfolg wurde. „Über 80 000 Menschen haben für uns gevotet“, erinnert der Bürgermeister. Tangerhütte habe gewonnen und konnte sich mit einer tollen Show präsentieren.

Jüngstes Beispiel dafür, was Einwohner bewegen könnten, sei die Initiative „Ein Weg für Alle“ die dafür sorgt, dass im kommenden Jahr für eine Million Euro zwischen Cobbel und Birkholz ein Radweg gebaut werden kann. „Mit bürgerschaftlichem Engagement dieser Art hat Tangerhütte deutschlandweit auf sich aufmerksam gemacht, die Kommune ist über 100 Mal relevant in überregionalen Medien erschienen“, so Brohm.

Trotz der Querelen zwischen ihm und Mandatsträgern verwies Brohm aber auch darauf, dass Stadtrat, Verwaltung und Bürgermeister gemeinsam in den vergangenen sechs Jahren viel geleistet hätten, was die Kommune nach vorne gebracht habe. Gelder in Millionenhöhe seien in die Sanierung von Kindertagesstätten, Schulen und Horten geflossen. Weitere Projekte dieser Art würden aktuell auf den Weg gebracht werden. Die Feuerwehr sei umstrukturiert, auch in den Brandschutz wären mehrere Millionen Euro investiert worden. Jüngst konnte das neue Gerätehaus in Bittkau in Dienst gestellt werden, der Bau eines neuen Feuerwehrgebäudes in Lüderitz sei beschlossene Sache. Einen großen Schritt sei die Kommune auch in Sachen Jugendarbeit voran gekommen, gleiches gelte für die Digitalisierung. Aktuell entstehe in der Region das größte kommunalen Glasfasernetzes Deutschlands, die ersten Hausanschlüsse in der Einheitsgemeinde stünden kurz bevor.

Darüber hinaus baue die Verwaltung in Tangerhütte das im Bundesland erste Digitale Rathaus auf, womit schon jetzt fast 1000 Einwohner rund um die Uhr via App und Handy ihre Amtsgeschäfte erledigen könnten.

Licht am Horizont gebe es zudem auch aus finanzielle Sicht. Die Steuersituation sei spürbar besser geworden, trotz vieler Investitionen hätten Verbindlichkeiten abgebaut werden können. 2024/25 wäre die Kommune in einer finanziellen Situation, die ein gutes Wirtschaften erlaube, prognostiziert der Bürgermeister.

Die Einheitsgemeinde habe Potenzial für die Zukunft, so das Fazit Brohms der noch einmal betont: „Gern möchte ich weiterhin die Kommune gemeinsam mit der Unterstützung der Einwohnerinnen und Einwohner entwickeln und gestalten.“