Möringen l Johanna und Winfried Lange aus Möringen nutzen die Bahn, um ein- oder zweimal pro Woche nach Stendal zu fahren. Im nahe am Bahnhof gelegenen Supermarkt erledigen sie ihren Wocheneinkauf. Ein Fahrrad haben sie immer dabei, um damit ihre Einkäufe zu transportieren. „Wir gehen schon immer rechtzeitig los, um pünktlich auf dem Bahnsteig zu stehen“, erzählt Johanna Lange. Sie und ihr Mann sind beide über 80 Jahre alt.

Hilfe von Mitreisenden in Möringen

Der Zug nach Stendal fährt in der Regel von Bahnsteig 2. Das Ehepaar muss also die Fußgängerbrücke nutzen, das Fahrrad immer dabei. Bisher kein Problem. In den vergangenen Wochen haben Langes aber mehrfach folgende Situation erlebt: Sie warteten auf die Einfahrt des Zuges, als kurz davor die Durchsage kam, dass der heute vom Bahnsteig gegenüber abfährt. „Das war für uns kaum zu schaffen, die vielen Stufen wieder zurück“, berichtet Johanna Lange. In einem Fall haben sie eine junge Frau gebeten, das Zugpersonal zu informieren, dass noch zwei Personen kommen und gewartet werden sollte. Denn der Zug war schon eingefahren, als sie noch auf der Fußgängerbrücke unterwegs waren. Dass sie die Brücke nehmen, ist ganz selbstverständlich. „Wir würden nie durch die Gleise gehen, wie wir es schon bei Jugendlichen beobachtet haben“, so die Möringerin.

Schon nach dem ersten dieser Fälle hatte das Ehepaar auf dem Stendaler Bahnhof einen Servicemitarbeiter der Deutschen Bahn angesprochen – nur um in der Folgewoche wieder so eine Situation zu erleben.

Bahn hat Lösung gefunden

„Wir überlegen jetzt schon, ob wir auf halber Strecke auf der Brücke stehen bleiben und abwarten“, sagt Johanna Lange. Es müsse doch möglich sein, früher über die Änderung des Bahnsteigs zu informieren, formuliert sie eine Frage an die Deutsche Bahn. Eine Frage, die nicht nur sie persönlich betrifft, sondern auch Eltern mit Kinderwagen oder andere ältere Reisende.

Jörg Bönisch, Pressesprecher der Deutschen Bahn für für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, erklärte auf Nachfrage: „In Möringen werden die automatischen Ansagen über Gleisänderungen zugbeeinflusst, also automatisch erzeugt. Wir lassen prüfen, inwieweit der Fahrdienstleiter in der Betriebszentrale Berlin eingreifen kann, damit die Ansagen rechtzeitiger erfolgen.“ Sollte sich ein derartiger Vorfall wiederholen, so Bönisch, wäre es wünschenswert, wenn das der 3-S-Zentrale in Magdeburg (Telefon 0391/549 10 55) mitgeteilt wird, „um konkrete Anhaltspunkte zu haben“.

Stellt sich aber dennoch die Frage, warum es in einem getakteten Fahrplan überhaupt wiederholt zu den kurzfristigen Gleisänderungen kommt? Diese Frage nachgereicht, erklärte Jörg Bönisch: „Unsere Kollegen haben sich des Themas angenommen und eine Lösung gefunden, welche die häufigen Gleiswechsel vermeiden. Das System wurde überprüft und so eingerichtet, dass die Züge am planmäßigen Bahnsteig halten.“ Familie Lange würde es freuen.