Uenglingen l Eigentlich sollten es nur die Uenglinger Anwohner sein, die die Baustelle in der Chausseestraße durch die Lange Straße und die Lindenallee umfahren – würden sich denn alle Pkw- und Lkw-Fahrer an die Beschilderungen und Sperrungen weit vor den Ortseingängen halten. Diese befinden sich sowohl am Kreisverkehr Stendal Richtung Uenglingen als auch an der Kreuzung der L15 Schinne/Möringen. Statt die Umleitung über Möringen zu nehmen, umfahren Autos die Barken von links. Ortsbürgermeister Martin Ritzmann hat an einem Vormittag nachgezählt: „Bei 500 Autos habe ich aufgehört zu zählen. Sogar die Fahrschule ignoriert das Verbotsschild.“ Seit dem 30. März ist die Chausseestraße gesperrt, die Baustelle wird vorraussichtlich noch bis Anfang Dezember andauern – mit 14 Tagen Verzögerung bisher.

Andere Verkehrsregelung

Ursprünglich sei eine andere Verkehrsregelung geplant gewesen, erzählt Ritzmann. Eine Betonbarriere hätte den Ortseingang versperren sollen. Das Vorhaben genehmigte das Verkehrsamt allerdings nicht, wie Frank Weigel von der zuständigen Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt Stellung bezieht. „Unser Antrag für die Betonbarriere wurde abgelehnt, weil Rettungswege bestehen bleiben müssten. Dass sich Autofahrer nicht an die Schilder halten, ist eine Straftat, die von der Polizei verfolgt werden muss.“ Polizeikontrollen wünscht sich auch der Ortsbürgermeister. Bisher gab es davon nur sehr wenige und mit der richtigen Ausrede kämen Fahrer trotzdem vorbei, so Ritzmann.

Pkw und Lkw missachten Schilder

Sein Anliegen, das hohe Verkehrsaufkommen auf den Nebenstraßen zu vermeiden, bringt der Ortsbürgermeister jeden Donnerstag auf den Baubesprechungen an. Bei den beiden Ingenieurbüros Peter Pickler und Rüdiger Brauer & Silke Richter stoße er aber auf taube Ohren. „Mit der Verkehrsführung sei alles in Ordnung, heißt es dann. Daraufhin habe ich im Juni eine Bestandsaufnahme der inoffiziellen Umgehungsstraßen anfertigen lassen. Das Ergebnis: Erhebliche Schäden in der Lindenallee und der Langen Straße.“ Diese Schäden würden nach Bauschluss behoben werden.

Nicht nur Pkw-Fahrer missachten die Schilder, auch Lkw, die sowieso nicht durch den Ort fahren dürfen. Die Straßen seien für 40-Tonner nicht ausgelegt – für zwei nebeneinander erst recht nicht. „Wenn sich Lkw-Fahrer an das Schild an der Stendaler Kreuzung halten würden, würden sie sich auch nicht begegnen“, so Ritzmann.

Die Situation nerve Anwohner und Autofahrer, was die Aggressivität aller steigern würde. Anwohner Peter Meyer bestätigt: „Hier ignoriert jeder die Sperrung!“