Stendal l Das politische Selbstverständnis von Hartmut Pressler ruht auf zwei Säulen. Überzeugter Demokrat und Europäer sei er. Und deshalb habe er das Gefühl, aktiv werden zu müssen. Weil eben diese von ihm vertretenen Grundwerte immer öfter Angriffen ausgesetzt seien.

Als er im vergangenen Jahr auf die Initiative „Unteilbar“ aufmerksam wurde, wusste der Arzt im Ruhestand: Hier fühle ich mich gut aufgehoben. „Mitglied in einer Partei bin nie gewesen“, betont der 78-Jährige eine gewisse Skepsis gegenüber den etablierten Modellen des politischen Engagements.

Demo vor sächsischer Landtagswahl

Die „Unteilbar“-Bewegung hatte im Oktober 2018 als Reaktion auf die rechten Ausschreitungen in Chemnitz eine Großdemonstration in Berlin auf die Beine gestellt. 240 000 Menschen folgten dem Aufruf und demonstrierten unter dem Motto „Unteilbar – Solidarität statt Ausgrenzung“ gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit. Darüber hinaus hat sich „Unteilbar“ dem Kampf gegen soziale Ungerechtigkeit verschrieben. Nicht zulassen wolle man, dass Flucht, Migration und der Sozialstaat gegeneinander ausgespielt werden. Immer wieder wird die Bedeutung der Solidarität betont.

Hartmut Pressler war damals bei der Demo in der Hauptstadt dabei. Zwar nicht offiziell Mitglied in der Organisation, möchte er dennoch Stendaler aktivieren, zur nächsten Großveranstaltung in Dresden zu fahren. Am 24. August ruft „Unteilbar“ dort vor dem Hintergrund der sächsischen Landtagswahl am 1. September zur zweiten bundesweiten Demonstration auf. Die ersten Unterstützer hat Hartmut Pressler dabei bereits gefunden.

Freiwilligenagentur macht mit

Die Aktiven der Freiwilligen-Agentur in der Kleinen Markthalle sind begeistert von der Idee, die Reise nach Dresden anzutreten. „Wir unterstützen das auf jeden Fall“, berichtet Marion Zosel-Mohr von der Agentur. Über das Netzwerk „Engagierte Stadt“ möchte sie auch Teilnehmer aus Dessau, Naumburg und der Gemeinde Hohe Börde gewinnen. „Vielleicht können das alle zusammen nach Dresden fahren“m schwebt Marion Zosel-Mohr vor.

Wer nach Dresden fahren möchte, kann sich unter der Nummer 0151/664 747 50 bei Hartmut Pressler oder unter 03931/ 56 56 320 bei der Freiwilligen-Agentur melden.