Tangermünde l Ende 2016/Anfang 2017 gab es in der Altmark zahlreiche Informationsveranstaltungen. Die Vorteile des Glasfasernetzes wurden den Menschen dieser ländlichen Region vorgestellt. Anträge wurden geschrieben. Viele wollten am liebsten gleich morgen einen solch schnellen Anschluss nutzen. Drei Jahre sind seitdem vergangen. Lediglich die Menschen in der Region Arneburg können ihre Anträge inzwischen ad acta legen. Sie verfügen, so sie einen solchen Anschluss haben wollten, über diesen. Alle anderen warten noch immer auf schnelles Internet.

Lange wurde geplant - jetzt geht los

Jetzt ist der Zweckverband Breitband Altmark (ZBA) mit Geschäftsführer Andreas Kluge an dem Punkt angelangt, an dem es nach vielen Monaten der theoretischen und planerischen Vorarbeiten an das Praktische gehen soll. Und der Startschuss für den Glasfaserausbau für das Gesamtprojekt Altmark wird jetzt in Tangermünde fallen. Diese „frohe Botschaft“, wie Kluge sie selbst bezeichnete, überbrachte er in dieser Woche persönlich an Tangermündes Bürgermeister Jürgen Pyrdok (parteilos) und Hauptamtsleiter Steffen Schilm. Weshalb der Ausbau ausgerechnet in der Kaiser- und Hansestadt starten wird, wusste der ZBA-Geschäftsführer zu begründen. „Hier sind die besten Bedingungen gegeben, um sofort beginnen zu können. Der Zugriffspunkt in Tangermünde ist bereits vorhanden. Die Genehmigungssituation ist hervorragend“, lobte er. Sprichwörtlich in „Glasfasergeschwindigkeit“, schob Hauptamtsleiter Schilm ein, wären die Anträge des ZBA bearbeitet worden.

Der Standort für einen sogenannten Übergabepunkt in der Stadt sei schnell gefunden worden. In der Beethovenstraße, also Mitten im Komponistenviertel (Neubaugebiet), wird der Verteilerpunkt für das Glasfasernetz errichtet werden. Von dort aus erfolgt die Erschließung der Ortsteile, allerdings nicht aller Tangermünder Ortsteile. Mit Glasfaser versorgt werden Bölsdorf und Köckte, Buch, Grobleben, Hämerten (Storkauer Weg), Langensalzwedel, Miltern (ohne Siedlung), Demker und Elversdorf. Die beiden Tangerhütter Ortsteile gehören mit in dieses erste Projektgebiet, da es technisch am sinnvollsten ist, so die Begründung von Projektleiter Ronald Haag.

Anschlussquote bei 49 Prozent

Mit 49 Prozent Anschlussquote (dem Interesse der Bewohner an einem Glasfaseranschluss) sei die Tangermünder Region zudem vorn dabei. Praktisch bedeutet das: „Im Los 1 – Tangermünde beabsichtigt der ZBA mehr als 600 absolut ländliche echte Glasfaseranschlüsse bis ins Haus der Bürger zu realisieren“, so Kluge.

Geplant ist, nach einer Voranzeige die Ausschreibung für das Los 1 im März zu veröffentlichen. „Läuft alles problemlos, könnten die Bauarbeiten im Mai beginnen“, sagte der ZBA-Geschäftsführer. „Laut Plan würden im Abstand von jeweils zwei Monaten die weiteren Lose ausgeschrieben, und es geht zügig weiter,“ teilte Andreas Kluge mit.

Jedes der drei Projektgebiete in der Altmark werde weiter in kleinere Baulose aufgeteilt. In einem der Baulose werde gestartet und in kurzer Folge würden alle weiteren Baulose bekanntgegeben, ausgeschrieben und der Baustart könne erfolgen. Das erste Cluster (Arneburg) sei zugleich ein lehrreiches gewesen. Der ZBA wisse heute genau, wie zu verfahren sei, um die Projekte zügig zu realisieren, ohne sich zu verzetteln. Für die Bürger in den Ortsteilen, die Glasfaseranschluss bekommen, heißt das: Wer bereits sein Interesse bekundet hat, erhält einen Anschluss bis in Haus. Wer sich noch für den kostenlosen Anschluss entscheiden möchte, kann das bis vier Wochen vor Baustart. „Steht der Bagger in der Straße, ist es zu spät“, betonte Ronald Haag. Allerdings werde es vorab noch einmal Informationsveranstaltungen geben, ergänzte Andreas Kluge.

Steffen Schilm freute sich über diese Nachricht. „Er war es, der sich in die Sache reingekniet hat“, gab Bürgermeister Pyrdok zu verstehen. Schilm wiederum war immer wieder von den Ortsbürgermeistern nach dem Stand der Arbeiten befragt worden.

Kernstadt Tangermünde bleibt außen vor

Auch wenn die Tangermünder selbst vom Glasfasernetz vorerst nichts abbekommen werden, da sie laut der anliegenden Internetgeschwindigkeit nicht in einem sogenannten weißen Fleck leben, so stehen die Chancen nicht schlecht, früher oder später in den Genuss zu kommen. Denn: Das Glasfaserkabel wird direkt durch Tangermünde gelegt werden müssen. Warum? „Hier haben Sie Glück, dass Bahngleise durch Tangermünde gehen. Und damit wir dieses nicht kreuzen müssen, werden wir das Kabel durch die Stadt legen“, erklärte Haag.

Mit dem Kabel vor der Tür und dem Verteilerpunkt im Komponistenviertel wird der Zweckverband nach Abschluss aller Arbeiten jedem Anbieter die Möglichkeit einräumen, seine Kunden von dort aus an das Glasfasernetz anschließen zu können. Deshalb sei es nur eine Frage der Zeit, dass auch alle anderen Bewohner davon profitieren werden.

Um die vielen weißen Flecken in der Altmark, die ländlichen Regionen mit schnellem Internet versorgen zu können, werden in den nächsten Jahren 141 Millionen Euro investiert.