Stendal l Einen Kulturpreis wird es in diesem Jahr nicht geben. Und doch soll die Kultur gewürdigt werden. Die Hansestadt Stendal hat sich angesichts der für freiberufliche Künstlerinnen und Künstler dramatischen finanziellen Lage entschlossen, „die eingeplanten Fördergelder für die Kulturpreisverleihung am 27. November 2020 von 1000 Euro auf 2500 Euro aufzustocken und im Rahmen einer Projektförderung auszuzahlen“. Das teilt Armin Fischbach von der Rathaus-Pressestelle mit. Die Initiative dazu sei von Oberbürgermeister Klaus Schmotz (CDU) und Rico Goroncy (Die Linke/Bündnis 90–Die Grünen), dem Vorsitzenden des Kultur-, Schul- und Sportausschusses im Stadtrat, ausgegangen.

Zehnmal 250 Euro

Bewerben können sich zum einen „Kulturschaffende, die mit den fortschreitenden Lockerungen neue Auftritte, Kunstinstallationen oder andere Projekte planen“, und zum anderen „sozio-kulturelle Akteure und sozial Engagierte, die sich mit besonderem Engagement oder Projekten während der Kontaktbeschränkungen hervorgetan haben“. Förderberechtigt sind Personen, Vereine und Ensembles sowie örtliche Verbände, deren Wirken „in unmittelbarem Zusammenhang mit der Hansestadt Stendal steht“. Bis zu zehn Projekte können je 250 Euro bekommen, gehen weniger Anträge ein, gibt es mehr Geld für jedes Projekt.

Persönliche Notlagen

Oberbürgermeister Klaus Schmotz habe auch in persönlichen Gesprächen mit Kulturschaffenden „die zahlreichen Probleme unserer lokalen Kulturszene“ beschrieben bekommen, teilt er auf Volksstimme-Nachfrage mit. Darüber hinaus befassten sich „auch weitere Beschäftigte der Hansestadt Stendal mit der derzeitigen Notlage der Kulturschaffenden“.

Außerdem sei man dabei, „weitere Förderungsmöglichkeiten auszukundschaften“. Man werde „sämtlichen Kulturschaffenden zur Seite stehen, um ihre Fragen zu beantworten und sie dabei zu unterstützen, künstlerische Projekte und Aktionen im Rahmen der geltenden Beschränkungen zu realisieren“. Das Autokino sei ein Beispiel organisatorischer Unterstützung durch die Stadt.

Abgesagte Stücke

Darauf angesprochen, welche Kulturangebote ihm persönlich fehlten, schreibt Schmotz: „Die Kulturlandschaft in der Stadt und der Region ist derart vielfältig, dass es einem schwerfällt, einen eindeutigen Favoriten zu benennen. Persönlich habe ich mich aber am meisten auf die Spielzeit des Theaters der Altmark gefreut. Sehr bedauerlich ist der Ausfall des Stücks ‚Wende.Punkte‘ und die Absage von ‚Roland rettet die Hanse‘, welche ich sehr gerne gesehen hätte.“

Anträge sind bis 28. Juni formlos einzureichen. Per Post: Büro des Oberbürgermeisters, Markt 1, 39576 Hansestadt Stendal; per Mail: pressestelle@stendal.de; am Telefon: 03931/65 12 42.