Stendal l In der Corona-Krise haben die Stendaler Gastronomen ähnliche Probleme. Doch wenn man als Kunde im Internet sucht, welches Lokal Essen zum Mitnehmen anbietet oder welche Gerichte auf der Karte stehen, wird man häufig enttäuscht. Nur wenige Gastronomen pflegen ihren Internetauftritt.

Das ist auch Minh Hoang aufgefallen. Der Stendaler ist durch seinen Job im digitalen Marketing gut mit den Gastronomen der Hansestadt vernetzt. Nun hat er den Gastro-Guide für Stendal ins Leben gerufen. „Dort werden quasi alle Informationen über die Restaurants, die ich finden konnte, gebündelt aufgelistet“, sagt der 29-Jährige. So sei schnell ersichtlich, welches Restaurant ein Außerhausangebot hat, was für Gerichte auf der Karte stehen und wie die Öffnungszeiten sind.

Idee aus den USA

Die Idee für die solidarische Aktion hat Hoang von den großen Systemgastronomen: „Burger King fing in den USA eine Werbekampagne an, bei der sie dafür warben, Essen bei Mc Donalds zum Mitnehmen zu kaufen. Da sind dann viele weitere Unternehmen aufgesprungen.“ So kommt es auch, dass das Sushi-Restaurant seiner Eltern nun damit wirbt, bei einem anderen Lokal Essen zu bestellen. „Es geht um den Zusammenhalt. Auch wenn ich hier gut vernetzt bin, unter den Gastronomen selbst ist die Verbindung nicht so groß.“

Drei Tage hat Minh Hoang ungefähr gebraucht, um den Gastro-Guide in seinem jetzigen Zustand ins Leben zu rufen. Alles freiwillig, ohne Profit und neben seinem Beruf. Er macht das, weil „die Verbundenheit hier größer ist, als etwa in der Großstadt.“ Man kenne sich untereinander. „Wir sind alle ein Team: das Team Stendal.“

Gastro-Guide kommt gut an

Seine Idee kommt gut an. Freudig erzählt der Stendaler davon, dass sich Gastronomen sowieso Gäste bereits bei ihm bedankt haben, dass er die Initiative ergriffen hat. „Machen ist geiler als wollen“, sagt er.

Bisher sind in dem Gastro-Guide zwölf Stendaler Restaurants vertreten. Minh Hoang wird den Internetauftritt immer weiter aktualisieren, sollte es nötig sein. Doch trotz des digitalen Angebots liefen die Außerhausgeschäfte bei den Gastronomen nicht sehr gut, sagt Hoang. Durch seine Verbindungen in die Gastroszene wisse er, dass „es mäßig okay bis gar nicht“ angenommen werde.

Ähnliche Idee für die Altmark

Eine ähnliche Idee um die Gastronomen zu vernetzen und zu unterstützen gibt es auch vom Altmark-Portal. Dort gibt es für regionale Unternehmen die Möglichkeit ein Formular auszufüllen und sich auf der Internetseite zu präsentieren. Die Initiative wurde beim ersten Lockdown im Frühjahr ins Leben gerufen. Seit Anfang November gibt es die Nachfolgeinitiative „#notmachterfinderisch 2.0“. Momentan sind drei Unternehmen auf der Seite gelistet. „Die Eigeninitiative der Händler ist da schwierig, glaube ich. Man muss sich den Bedürfnissen anpassen und viele Händler wollen oder können eben nicht groß an ihrer Internetpräsenz arbeiten“, sagt Hoang.

Der Gastro-Guide in Stendal soll die Lockdownzeit überdauern. „Ich habe mir häufig so eine Übersicht gewünscht, durch den Guide gibt es sie nun und das soll auch so bleiben“, sagt Minh Hoang.