Corona-Pandemie

Corona: Jetzt ist sogar das Gesundheitsamt  im Landkreis Stendal betroffen

Mitarbeiter der Behörde teilen sich Büro mit infizierten Kollegen, mehrere Angestellte müssen deshalb in Quarantäne.

Von Antonius Wollmann
Im Gesundheitsamt des Landkreises Stendal sind mehrere Quarantänefälle zu verzeichnen.
Im Gesundheitsamt des Landkreises Stendal sind mehrere Quarantänefälle zu verzeichnen. Foto: Antonius Wollmann

Stendal. Landrat Patrick Puhlmann (SPD) hat am Dienstag auf der turnusmäßigen Pressekonferenz über die Corona-Lage im Landkreis berichtet. Mit dem Gesundheitsamt hat eine der wichtigsten Behörden im Kampf gegen die Pandemie Corona-Fälle zu verzeichnen.

So ist die Lage im Gesundheitsamt:

Die Corona-Pandemie macht auch vor dem Gesundheitsamt nicht halt. Fünf Mitarbeiter sind in Quarantäne. Das bestätigte Landrat Patrick Puhlmann auf Nachfrage der Volksstimme. Sie wurden positiv getestet oder waren Kontaktpersonen. Betroffen sind davon auch Gesundheitsaufseher, die speziell für die Überwachung von Infektionskrankheiten zuständig sind. Die Kontakte zu Infizierten sind auf die gemeinsame Nutzung von Büroräumen zurückzuführen. An der Arbeitsfähigkeit der Behörde gebe es laut Puhlmann aber keine Zweifel: „Es steht noch genug Personal zur Verfügung.“ Aus anderen Ämtern sei dem Gesundheitsamt seit Dezember 2020 stetig Personal zur Verfügung gestellt worden. Zudem wurden und werden Scouts vom Robert-Koch-Institut eingestellt, so dass die Kontakte infizierter Personen nachverfolgt werden können.

Dabei ist das Gesundheitsamt nicht der einzige Bereich der Kreisverwaltung, in dem wegen des Coronavirus Mitarbeiter in die häusliche Isolation geschickt werden mussten. Angesichts der Infektionslage sei dies nicht komplett zu verhindern, sagte Puhlmann. Die Hygieneregeln würden aber strikt eingehalten, stellte er klar.

So entwickelt sich das Infektionsgeschehen:

Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis liegt seit zwei Wochen zwischen 170 und 200. „Wir stagnieren auf hohem Niveau“, schätzte Patrick Puhlmann ein. Das hat Folgen. So lange die Sieben-Tage-Inzidenz nicht mindestens fünf Tage lang unter 165 liegt, bleiben zum Beispiel die Schulen geschlossen.

Konkret zählt das Gesundheitsamt 450 positive Personen. 1000 bis 1100 befinden sich in Quarantäne. Hotspots könne man nicht ausmachen. Ansteckungen erfolgen im gesamten Gebiet des Landkreises. Auch in Altenpflegeheimen treten noch Infektionen auf. Betroffen sind ebenfalls Personen, die schon zweimal geimpft worden sind. „Die Krankheitsverläufe sind bei diesen Fällen sehr milde“, berichtete der Landrat.

So geht die Impfkampagne voran:

Die Kapazitäten im Impfzentrum sind noch einmal erhöht worden. Wurden nach der Eröffnung im Januar täglich 40 Personen geimpft, sind es mittlerweile 360, die entweder die Erst- oder Zweitimpfung erhalten. „Wir gehen davon aus, dass wir in den kommenden Wochen auf 400 pro Tag kommen werden“, sagte Puhlmann und zeigte sich optimistisch.

Der Impfstoff von Biontech/Pfizer werde zuverlässig geliefert. Ob darüber hinaus das Vakzin von Johnson&Johnson im Landkreis ankommt, könne noch nicht prognostiziert werden.

In sollen außerdem die ersten Mitglieder von Freiwilligen Feuerwehren geimpft werden. Zunächst sollen die Einheits- und Verbandsgemeinden jeweils 24 Mitglieder der aktiven Truppe dazu benennen.

So laufen die Vorbeitungen zur Landtagswahl:

Bei der Landtagswahl wird es möglich sein, seine Stimme wie gewohnt im Wahllokal abzugeben. Die Hygienekonzepte der Einheits-und Verbandsgemeinden seien fristgerecht eingegangen und geprüft worden, gab Kreiswahlleiter Bastian Siebert bekannt. Das Personal muss am Wahltag unter anderem einen Schnelltest absolvieren. Nach Stand der Dinge werden genug Wahlhelfer zur Verfügung stehen. „Wir planen mit 1120 Helfern in den Wahlkreisen 3 (Havelberg-Osterburg) und 4 (Stendal-Bismark). Falls krankheitsbedingt Kräfte ausfallen, haben wir einen personellen Puffer“, sagte Siebert.

In einigen Gemeinden gab es Befürchtungen, dass es an helfenden Händen mangeln könnte. Um die Attraktivität der Tätigkeit zu erhöhen, wurde Interessenten angeboten, sich unabhängig von der Priorität impfen lassen zu können.

Ob das Impfangebot für Wahlhelfer im Landkreis (siehe Infokasten) dazu beigetragen hat, die Zahl zu erhöhen, sei aus Sieberts Sicht schwer zu beurteilen. Es mache aber nicht den Eindruck. Größtenteils werde auf das Stammpersonal zurückgegriffen. Dessen ungeachtet sind am vergangenen Montag die ersten Wahlhelfer in der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck geimpft worden.