Was macht ein Fieberzentrum?

Im Fieberzentrum wird bei einer Person mit Verdachtsfall Fieber gemessen, ein Rachenabstrich genommen, entsprechende lokale Untersuchungen der Atemwege und Lungenfunktion vorgenommen.

Der Abstrich wird in einem Labor auf den Coronavirus untersucht, der Patient wird über Ergebnis zeitnah informiert, in der Regel telefonisch. Die Vorlage des Ergebnisses ist unterschiedlich, je nach Labor kann es bis zu 24 Stunden dauern.

Die Mitarbeiter in einer Fieberambulanz (mindestens ein Arzt und eine Krankenschwester) arbeiten mit Ganzkörperschutz, Mundschutz und Brille. Es wird streng auf die Hygiene geachtet.

Den Test, der angeordnet ist, bezahlt die Kasse. Ein freiwilliger Test kostet 180 Euro.

Die Fieberambulanz in Stendal-Stadtsee wird in der Ladenzeile Roland-Ärztehaus, Albrecht-Dürer-Straße, eingerichtet und ist wie folgt geöffnet: Montags bis Freitags von 14 bis 16.30 Uhr.

Stendal l In der Ladenzeile am Roland-Ärztehaus in Stendal wird ein neues Fieberzentrum für Corona-Verdachtsfälle in Betrieb gehen. Wenn alle Vorbereitungen pünktlich abgeschlossen sind, öffnet die Spezial-Ambulanz am heutigen Mittwoch erstmals von 14 bis 16.30 Uhr und dann fortlaufend immer montags bis freitags jeweils zur selben Sprechzeit. Dieses neue Fieberzentrum wird zunächst altmarkweit genutzt werden müssen.

Die Corona-Ambulanz ist im Stendaler Stadtteil Stadtsee auf dem Ärztehaus-Areal so eingerichtet, dass sie von der Al-
brecht-Dürer-Straße aus zu erreichen ist. „Die Parkplätze am Straßenrand vor der Ladenzeile werden extra für die Nutzer des Fieberzentrums eingerichtet", erklärt Jörg Böhme. Der Stendaler Allgemeinmediziner ist Mitglied der Landesvertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung und hat die erste Corona-Ambulanz für die Altmark mit aufgebaut. 

Leerstehendes Geschäft wird genutzt

Mit der separaten Einrichtung der Fieberambulanz in dem leer stehenden Geschäft soll ausgeschlossen werden, „dass infizierte Personen die Praxen im Roland-Ärztehaus überhaupt betreten müssen und mit Patienten sowie Mitarbeitern in Kontakt kommen", unterstreicht der Mediziner.

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Ihm sei zudem wichtig, nochmals darauf hinzuweisen, dass sich in der Fieberambulanz in Stendal nur Personen testen lassen, bei denen ein begründeter Verdacht besteht, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben. Das heißt, sie müssten die typischen Symptome wie Husten, Atemwegsbeschwerden und Fieber aufweisen, mit einer infizierten Person in Kontakt gewesen sein und/oder sich in einem Risikogebiet aufgehalten haben. „In der Regel bekommen Personen mit Verdachtsfall die Aufforderung zum Testabstrich vom Gesundheitsamt oder von einem Hausarzt", sagt Böhme.  Der Rachenabstrich werde anschließend in einem Labor in Magdeburg untersucht, etwa 24 Stunden später würde das Ergebnis vorliegen.

Entlastung für Hausärzte

Der Allgemeinmediziner sei froh, die Fieberambulanz innerhalb weniger Tage wegen der dringenden Notwendigkeit, die Corona-Pandemie einzudämmen, förmlich aus dem Boden gestampft zu haben. „Sie wird eine erhebliche Entlastung für die Hausärzte sein", betont der 52-Jährige, der selbst betroffen sei. Die Arztpraxen seien nicht nur personell überfordert, zusätzlich Abstriche für Corona-Tests zu leisten, „sie sind schlicht weg auch nicht dafür ausgestattet", sagt Böhme und betont: „Es mangelt an genügend Schutzausrüstung." Der Nachschub sei förmlich zusammengebrochen. 

Zumindest als eine Entlastung empfindet der Internist  Herbert Wollmann die Einrichtung der Fieberambulanz. Sie sei aus seiner Sicht überfällig. Er selbst verfüge zum Glück über entsprechende Schutzausrüstung und habe bereits Abstriche bei Verdachtsfällen genommen und im Labor untersuchen lassen. „Bislang war niemand positiv", so der Stendaler Arzt. Was ihn trotz der neuen Testmöglichkeit sorge, sei die weitere Versorgung der positiv Gestesteten. Somit würden nach wie vor die Hausärzte eine große Belastung tragen müssen. 

Finazierung über Kassenärztliche Vereinigung

Von ihnen werden übrigens nun einige Ärzte zusätzlich und freiwillig die Arbeit in der Fieberambulanz übernehmen. „Mindestens ein Arzt und eine Schwester sind es in der Anfangsphase", erläutert Böhme. Die Ausstattung sei gesichert, auch die Finanzierung über die Kassenärztliche Vereinigung. 

Bei der schnellen Umsetzung haben laut Böhme der Beigeordnete Sebastian Stoll von der Kreisverwaltung,
Dr. Jörg Fahlke vom Johanniter-Krankenhaus und der Apotheker Christoph Schaefer geholfen. Letzterer ist einer der Geschäftsführer des Roland-Ärztehauses, der für heute Früh die Übergabe der Spezial-Ambulanz an die neuen Nutzer plant. „Ein Kompliment an meine Mitarbeiter, was sie seit Montag hier geleistet haben", sagt Schaefer.