Stendal l Erst ging es nicht, jetzt geht es doch: Das Stendaler Mode-Kaufhaus Ramelow darf wieder öffnen und hat es seit Donnerstag voriger Woche. Wie das geht, obwohl die Verkaufsfläche weitaus mehr als 800 Quadratmeter umfasst, erklärt Store-Managerin Annett Noffke der Volksstimme im Telefonat: „Wir haben beim Landkreis eine Sondergenehmigung beantragt, haben darin unser Konzept und unsere hohen Hygienestandards erläutert.“ Und das Kaufhaus öffnet nur das Erdgeschoss, welches 800 Quadratmeter nicht überschreitet, und Treppe und Aufzug sind gesperrt.

Desinfektion allerorten

Zu den coronaregelgerechten Standards gehört nun, dass an den Eingängen Desinfektionsspender installiert sind, dass die Mitarbeiter – in stark reduzierter Zahl übrigens – nur mit Mundschutz und in zwei Teams versetzt arbeiten, um sich nicht zu begegnen. „Jede Kasse wird nach jedem Bezahlvorgang und jede Kabine nach der Benutzung desinfiziert“, erläutert Noffke. Auch für Kunden besteht Mundschutzpflicht. Wer keinen hat, kann sich gleich im Haus einen kaufen.

Kunden sind diszipliniert

Nach der ersten Woche der Wiederöffnung zeigt sich Annett Noffke zufrieden mit den Abläufen: „Ich habe eine Frequenzzähler-App und weiß daher, dass im Schnitt nicht mehr als 30 Kunden auf einmal im Haus sind.“ Zudem seien alle Kunden sehr diszipliniert und freundlich, hielten Abstand und nähmen auch kurzes Warten in Kauf. „Die Leute kommen, weil sie etwas brauchen. Vor allem Kinderkleidung ist gerade gefragt. Schlenderkunden sind da gerade eher nicht unterwegs.“

Das Sortiment wurde für die neuen Gegebenheiten neu gemischt, aus allen Abteilungen findet sich nun etwas im Erdgeschoss wieder. Auch die Möglichkeit des Online-Kaufs biete Ramelow weiterhin an, denn nicht jeder wolle sich derzeit unter Menschen begeben.

„Wir sind jedenfalls guter Dinge“, sagt Annett Noffke, „der Umsatz ist natürlich bei Weitem nicht wie sonst, aber wir freuen uns, wieder öffnen zu können und das zu tun, was wir gern machen: verkaufen und wieder in Kontakt mit den Kunden kommen.“