Stendal l Die Hansestadt Stendal und die Alte Hansestadt Lemgo feiern 2018 ihre 30-jährige Städtepartnerschaft. Die THW-Ortsverbände beider Städte haben erst sehr viel später zusammengefunden – dafür aber richtig intensiv. Denn seit die Lemgoer vor drei Jahren, als der Stendaler Ortsverband seinen 20. Geburtstag gefeiert hat, erstmals in der Altmark waren, gab es schon mehrere gemeinsame Aktivitäten. Das neueste Kapitel in der gemeinsamen Chronik wurde am Wochenende geschrieben.

Am Freitagabend reisten 17 Mitglieder des THW-Ortsverbandes Lemgo, neun Kameraden der Löschgruppe aus dem Lemgoer Stadtteil Lieme und dazu noch fünf Mitglieder des befreundeten THW-Ortsverbandes Berlin-Lichtenberg an, um gemeinsam mit den Gastgebern die Deichverteidigung zu trainieren. Rund 15 Stendaler THW-ler gesellten sich dazu. Eingeladen war auch die Stendaler Feuerwehr, die wegen eines anderen auswärtigen Termins aber abgesagt hat.

Nachdem es am Sonnabendvormittag theoretisch um den Aufbau von Deichen ging, um das Erkennen von Schadstellen, und viele Fotos und Videos vom Hochwasser 2013 in der Altmark gezeigt worden waren, ging es am Nachmittag an die Praxis. Das Gelände an der Gardelegener Straße, wo der THW-Ortsverband seinen Standort hat, bot dafür gute Bedingungen.

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Erst wurde das richtige Befüllen von Sandsäcken trainiert, aus ihnen wurde eine sogenannte Quellkade gebaut. Diese kreisrunden Sandsack-Aufschichtungen werden bei punktuellen Wasseraustritten eingesetzt, sie erzeugen direkt an der Austrittsstelle einen Gegendruck. Rund 1000 Sandsäcke wurden während dieser Übung verbaut, für die Simulation wurden 2400 Liter Wasser hineingefüllt. Der praktische Teil endete mit einer Ausbildung zum Thema Deichstabilisierung.

Ausbildungsleitung

Die Ausbildungsleitung hatten Andreas Levin, Zugführer im Stendaler Ortsverband, und Florian Sauerländer, Gruppenführer der 2. Bergungsgruppe im Lemgoer Ortsverband, übernommen. Beide verbindet mittlerweile mehr als nur das gemeinsame Ehrenamt im Technischen Hilfswerk. „Es hat sich eine Freundschaft entwickelt“, sagt Andreas Levin und nennt als Beispiel private Besuche der Familien, zum Beispiel zum Rolandfest. Beiden ist es zu verdanken, dass es heute das gute Miteinander der Ortsverbände gibt.

Bei einem Lehrgang zur Deichverteidigung hatten sich beide vor Jahren kennengelernt. „Florian war mir auf Anhieb sympathisch“, erzählt Andreas Levin. Und so kam es vor drei Jahren, nachdem die Lemgoer vorher schon mehrere Versuche der Kontaktaufnahme in die Partnerstadt unternommen hatten, zum ersten gemeinsamen Ausbildungswochenende. Trainiert wurde in einer Rochauer Scheune, es ging um Basisarbeit wie das Abstützen von Gebäuden. „An dem Wochenende konnten wir uns erst einmal beschnuppen“, beschreibt der Zugführer das Kennenlernen. Es habe allen so gut gefallen, dass es im Folgejahr zum Gegenbesuch nach Lemgo ging. Im vorigen Jahr trafen sich beide Ortsverbände auf halber Strecke in der THW-Bundesschule Hoya. Und 2018 nun wieder Stendal.

Die Gastgeberstadt lernten die Frauen und Männer aus Lemgo und Lichtenberg am Samstagnachmittag bei einem Rundgang durch die Innenstadt kennen, den die Stendaler Partnerschaftsgesellschaft organisiert hatte. Im Rathaus wurden die Ehrenamtlichen von Oberbürgermeister Klaus Schmotz (CDU) begrüßt, anschließend schauten sich die Frauen und Männer das Stendaler Feuerwehr-Gerätehaus an.