Vereine

Der Vorsitzende der Rolandmusikanten und der Präsident des Carneval-Clubs in Stendal äußern sich zur Corona-Lage

Die Corona-Pandemie wirkt sich negativ auf zahlreiche Vereine in Stendal aus. Dennoch zeigen sich beispielsweise die Karnevalisten und Rolandmusikanten zuversichtlich.

Von Leon Zeitz
Frank Kruft präsentiert das Plakat des letzten Landesturniers 2020. 2021 wird das Turnier nicht stattfinden können.
Frank Kruft präsentiert das Plakat des letzten Landesturniers 2020. 2021 wird das Turnier nicht stattfinden können. Foto: Leon Zeitz

Stendal - „Es ist ein trauriges Kapitel für Vereine“, sagt der Vorsitzende der Rolandmusikanten Stephan Wolter. Die Pandemie mit all ihren Verordnungen bringt das Vereinsleben ziemlich durcheinander. Das letzte Mal haben die Rolandmusikanten zusammen im Mai 2020 in einem Altersheim gespielt. Seitdem ist nicht mehr wirklich etwas zustande gekommen. Vieles, was geplant war, musste ausfallen. So beispielsweise das 40-jährige Jubiläum des Vereins. Gespielt werden sollte zudem auf dem Rolandfest, doch das findest in diesem Jahr nicht statt. „Es ist ein Desaster,“ betont Stephan Wolter.

Dennoch versucht er positiv zu denken, und auch die anderen Vereinsmitglieder bleiben hoffnungsvoll. So gab es von den bereits Geimpften erste Rückmeldungen und Fragen, wann man sich mal wieder treffen und üben könne. Zurzeit wird auf digitale Mittel zurückgegriffen. Einige Mitglieder spielen zu Hause etwas ein und geben es weiter. Dann können andere Mitglieder ihre Stimme hinzufügen und so entsteht letztendlich eine kleine Komposition. „Die Mitglieder sind heiß“, so der Vorsitzende. „Vielleicht können wir im Sommer ein Open-Air-Konzert im kleinen Kreis organisieren.“ Letztendlich könne nur abgewartet werden, aber die Hoffnung besteht.

Carneval-Club nutzt digitale Kommunikation

Zu Beginn der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr hatte der Wahrburger Carneval-Club noch einmal Glück gehabt, wie Vereinspräsident Frank Kruft erzählt. „Am 8. März 2020 hatten wir unser letztes großes Turnier ausgetragen. Kurz darauf kam der Lockdown.“ Wäre es anders gekommen, hätte der Verein eine 5000 Euro teure Bühne umsonst bezahlt.

Dennoch spüren die Vereinsmitglieder die negativen Auswirkungen der Pandemie. Vor allem sei die Organisation betroffen. „Auftritte und Turniere brauchen eine Menge Vorbereitungszeit. Nicht zu wissen, wann und ob etwas stattfinden kann, macht die Planung unmöglich“, so Frank Kruft.

Der 57-Jährige nutzt die Zwangspause jedoch dazu, um sich und andere weiterzubilden und um darüber nachzudenken, wie das Wir-Gefühl des Vereins noch besser vermittelt werden kann.

Auch der Carneval-Club nutzt die digitale Kommunikation und es wird zudem online mit Hilfe von Zoom trainiert. „Ich bin froh, dass das alles jetzt passiert, in einer Zeit, in der wir über die nötigen technischen Mittel verfügen“, sagt er.

Der Familienvater blickt jedoch hoffnungsvoll in die Zukunft. So stecke das Jahr 2022 voller Höhepunkte und vielleicht sind auch im Sommer oder Herbst einige Projekte wieder umsetzbar.

Das Neujahrskonzert 2020 in der Katharinenkirche in Stendal war einer der letzten Auftritte der Rolandmusikanten vor Corona.
Das Neujahrskonzert 2020 in der Katharinenkirche in Stendal war einer der letzten Auftritte der Rolandmusikanten vor Corona.
Archivfoto: gdr