Corona

Dezentrale Impfaktion in Tangerhütte mit System und lokalen Helfern

40 freiwillige Helfer und mehrere Ärzte aus der Region unterstützten das mobile Team des Impfzentrums Stendal am Mittwoch in der Tangerhütter Sporthalle. Auch die zweite, dezentrale Impfaktion für Senioren ab 76 Jahren lief gut koordiniert und in festen Bahnen ab.

Von Birgit Schulze
Rudolf Kölber aus Tangerhütte bekommt seine zweite Spritze von Medizinstudentin Anna Dähnrich.
Rudolf Kölber aus Tangerhütte bekommt seine zweite Spritze von Medizinstudentin Anna Dähnrich. Birgit Schulze

Tangerhütte - Mittwochmorgen, die dezentrale Impfaktion des Landkreises für Über-76-Jährige in Tangerhütte ist angelaufen: Es geht ein bisschen zu wie in einem Ameisenhaufen rund um die Sporthalle am Seelenbinder-Ring in Tangerhütte. Von allen Seiten kommen Menschen zur Sporthalle am Seelenbinder-Ring. Im Minutentakt halten Autos an und bringen Begleiter Senioren zum Eingang. Doch alles läuft ausgesprochen ruhig und koordiniert ab: Kommen zu viele Impfwillige zur gleichen Zeit an, werden sie gebeten, unter einem eigens aufgestellten Zeltdach zu warten.

Irma und Günther Theuerkauf aus Uchtdorf (93 und 91 Jahre alt) sind mit Roswitha Eichstädt aus Uchtdorf zum Impfen gekommen und lassen sich zunächst am Eingang die Temperatur messen. Das übernimmt etwa Jugendclubleiterin Eileen Wolf-Köppe. Sie gehört zu den rund 40 regionalen Helfern, die neben dem 20-köpfigen Team des Impfzentrums mit im Einsatz sind. Außerdem unterstützen Ärzte aus der Region die Impfaktion, indem sie die Vorab-Beratungsgespräche übernehmen.

Zu den Ärzten, die mitten in der Turnhalle ihren Tisch haben, gehört auch Christel Leiffert-Schafferus, die im benachbarten Burgstall ihre Praxis betreibt und viele der Senioren – wie auch Familie Theuerkauf – persönlich kennt. Auch Ärzte im Ruhestand, wie Ortlieb und Hannelore Böhm aus Tangerhütte oder Friedrich Schnüber aus Osterburg, sind mit im Einsatz. Sie sehen an dem Aktionstag rund 800 Menschen, die im April bereits ihre erste Impfung erhalten hatten. Viele berichten, sie hätten die Erstimpfung gut vertragen.

Helfer begleiten Senioren auf dem Weg zur Impfung

Im Gebäude selbst folgt alles fest vorgegebenen Laufstraßen. Rund 40 ehrenamtliche Helfer sowie Mitarbeiter aus der Verwaltung und dem Bauhof in Tangerhütte begleiten die Senioren in der Sporthalle zu den einzelnen Stationen oder sichern Ein- und Ausgänge mit ab. Mit einer eigenen Nummer und einer Dokumentenmappe versehen und nach dem Beratungsgespräch beim Arzt geht es auch für Theuerkaufs Ruckzuck einen Schritt weiter.

In eigenen kleinen Pavillonzelten, die das DRK für die Impfaktion aufbaut, um ein wenig Privatsphäre zu schaffen, bekommen sie ihre zweite Spritze, anschließend heißt es, noch 15 Minuten auf mögliche Reaktionen zu warten, bevor es wieder nach Hause geht.

Zu denen, die die Spritze mit dem Impfstoff setzen, gehört auch Anna Dähnrich, Medizinstudentin im Physikum aus Beuster. Die junge Frau ist Stipendiatin der Stadt Osterburg, welche so dem Ärztemangel auf dem Land entgegenwirken will.

Mobiles Impfteam drei Wochen lang unterwegs

Der Letzte, der Familie Theuerkauf im Rahmen der Impfaktion begegnet, ist Einheitsgemeinde-Bürgermeister Andreas Brohm (parteilos), der am Ausgang ein gutes Nach-Hause-Kommen wünscht. Er habe schon nach der ersten Impfaktion in Tangerhütte viele positive Rückmeldungen erhalten, berichtet er.

Die Fäden für den Ablauf der Impfaktion in Tangerhütte hat Christian Michael vom DRK als stellvertretender Leiter des Impfzentrums Stendal in der Hand und er ist froh über die lokale Unterstützung. In Kooperation zwischen DRK, Johanniter-Unfallhilfe und Bundeswehr, die für das Impfzentrum in Stendal und die Vor-Ort-Impfaktionen von Osterburg bis Tangerhütte zusammenarbeiten, ist der Ablauf in zwischen gut eingeübt. Für die ersten dezentralen Impfungen war das 20-köpfige Team des Stendaler Impfzentrums drei Wochen lang im Landkreis unterwegs gewesen – jeden Tag an einem anderen Ort.

Jugenclubleiterin Eileen Wolf-Köppe misst bei Christa Adler aus Schleuß die Temperatur.
Jugenclubleiterin Eileen Wolf-Köppe misst bei Christa Adler aus Schleuß die Temperatur.
Birgit Schulze
Ärztin Christel Leiffert-Schafferus (links) führt das Beratungsgespräch mit  Günther und Irma Theuerkauf (von rechts) aus Uchtdorf, beide sind über 90 Jahre alt und werden von Roswitha Eichstädt nach Tangerhütte begleitet.
Ärztin Christel Leiffert-Schafferus (links) führt das Beratungsgespräch mit Günther und Irma Theuerkauf (von rechts) aus Uchtdorf, beide sind über 90 Jahre alt und werden von Roswitha Eichstädt nach Tangerhütte begleitet.
Birgit Schulze