Stendal l Viele Jahre hat sie stillgestanden, doch jetzt geht sie wieder: die Turmuhr der Späninger Kirche. Dietrich Zosel und Reza Gharehdaghi haben sie in den vergangenen Wochen repariert. Denn auch wenn wegen der Corona-Auflagen das Repair-Café geschlossen war, waren die Ehrenamtlichen nicht untätig. Und an der Uhr gab es einiges zu tun. „Es war gar nicht so einfach, einen neuen Motor zu besorgen“, erklärt Dietrich Zosel. Denn die tschechische Firma, aus der das Original stammte, war 2016 pleite gegangen. „Bei einer österreichischen Firma haben wir dann noch einen Restposten ergattert“, erzählt der Stendaler. Leiterplatten mussten erneuert und gebrochene Kabel ausgewechselt werden, an der Steuerung waren Arbeiten notwendig.

Uhr ist wieder minutengenau

„Aber jetzt läuft die Uhr wieder“, freut sich Dietrich Zosel. Nachdem er und Reza Gharehdaghi sie wieder zum Laufen gebracht hatten, zeigte sich im Probebetrieb, dass die Uhr in 24 Stunden immer etwa drei bis vier Minuten nachging. Auch das Problem haben die Herren mittlerweile behoben, damit die Uhr pünktlich zu jeder halben und vollen Stunde schlagen kann. In den kommenden Tagen wird die Kirchturmuhr abgeholt.

Zu diesem Reparaturauftrag war das Repair-Café gekommen, als dessen Akteure nach Bismark gefahren waren, um aus der Werkstatt eines Rundfunkmechaniker-Meisters – er ist mittlerweile verstorben – Ersatzteile zu holen. Dabei wurden sie auf die Späninger Kirchturmuhr angesprochen mit der Bitte, sie sich doch einmal anzuschauen.

Bilder

Maske aus dem 3D-Drucker

Dank der vielen Ersatzteile aus der Rundfunkmechaniker-Werkstatt bietet das Repair-Café künftig auch Fernsehreparaturen an: nicht für alte Röhrengeräte allerdings, sondern modernere. Am kommenden Dienstag, 5. Mai, zur gewohnten Zeit von 16 bis 18 Uhr soll es in der Tangermünder Straße 4 wieder losgehen. „Dann werden unsere drei jüngeren Mitstreiter vor Ort sein“, so Dietrich Zosel. Wer ein defektes Gerät abgeben oder abholen möchte, kann dies am Eingang zum Repair-Café – aber mit Mundschutz. Wer keinen Mund-Nasenschutz hat, für den hat Dietrich Zosel auf dem 3D-Drucker des Repair-Cafés einige Masken (siehe Foto) vorbereitet. „Etwa dreieinhalb Stunden dauert das Drucken einer Maske, die dann mit einem auswechselbaren Filter versehen werden kann“, erklärt der Stendaler.

Während die Jüngeren die beiden Öffnungsstunden am Dienstag absichern, werden die Älteren an anderen Tagen die Reparaturen vornehmen.