Uchtspringe l „Erstaunlich, was aus einer alten Bude nur ein paar Meter weiter entstanden ist“, anerkannte Wolfgang Beck  bei der Eröffnung der neuen Tischlerei. Der Abteilungsleiter Arbeit und Inte- gration im Landessozialministerium und stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der Salus Altmark Holding gGmbH, fügte an, dass die auf Inklusion ausgerichtete Werkhalle Möglichkeiten für Menschen schaffe, die aufgrund einer Behinderung sonst keine Chance in der regulären Wirtschaft hätten. Bis Ende des Jahres sollen in der Tischlerei fünf Arbeitsplätze von Menschen mit Behinderung eingenommen werden. Insgesamt werden dort elf Mitarbeiter in Lohn und Brot stehen.

Umsatz soll verdoppelt werden

Inklusionsbetriebe befinden sich auf einer „Gratwanderung“ schätzte Renate Neuhofer vom Integrationsamt des Landes ein. Der soziale Aspekt müsse ebenso beachtet werden wie die Wirtschaftlichkeit. Dessen sind sich die Mitarbeiter von „neuwerk“ – dieser Geschäftsbereich der Salus-Altmark-Holding zeichnet für die Tischlerei verantwortlich – durchaus bewusst. „Wir haben hier in Uchtspringe jetzt eine der modernsten Tischlereien Sachsen-Anhalts“, sagte Betriebsleiter Björn Sprawe. Mit Verweis auf die Doppelaufgabe von Inklusion und Rentabilität meinte er, zukünftig müssten auch externe Aufträge eingeholt und erledigt werden.

Bislang hatte die Tischlerei ausschließlich für die 14 Standorte der Salus-Altmark gGmbH Erzeugnisse hergestellt, vornehmlich Krankenhaus- und Büromöbel, Betten und Küchen. Der Jahresumsatz lag durchschnittlich bei 500 000 Euro. Die Summe soll in den kommenden drei Jahren mindestens verdoppelt werden. Deshalb will der Möbelhersteller auch außerhalb von Salus-Altmark aktiv werden.

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2,68 Millionen Euro investiert

Dabei setzt er unter anderem auf Möbel und Teile, die „nicht von der Stange sind, wie Björn Sprawe sagte. „Auch Privatkunden können sich direkt an uns wenden“, ergänzte Heidi Köhler, „neuwerk“-Geschäftsbereichsleiterin.

Jens Reimann vom Salus-Geschäftsbereich Bau, IT und Technik, sieht die Tischlerei dafür gerüstet. „Salus hat Nägel mit Köpfen gemacht“, sagte er. Als Beispiel nannte er die Verwendung moderner Informationstechnik und schlussfolgerte. „Die Tischlerei ist fit für die Zukunft.“ Immerhin 2,68 Millionen Euro wurden in die neue Tischlerei investiert, deren Bau knapp ein Jahr dauerte.

„Kreativität“, attestierte Jens Reimann den Möbeltischlern, „war bereits vorhanden.“ Nun, machte er deutlich, wurde auch der Weg zu höherer Produktivität geebnet und für die bessere Integration von Menschen mit Behinderung.