Grieben l Von einigen Ideen und Bemühungen, die Fährverbindung Ferchland-Grieben zu erhalten oder wieder zu beleben, war am Dienstag am Griebener Fähranleger die Rede. Eine davon schwappte mit dem ins Auge gefassten Kauf einer gebrauchten Gierseilfähre frisch aus Ferchland herüber.

CDU-Bundestagsmitglied (MdB) Eckhard Gnodtke hatte zusammen mit seinem ostelbischen Kollegen, MdB Manfred Behrens, und unterstützt durch Landtagsmitglied Detlef Radke (CDU) an den Griebener Fähranleger eingeladen und es kamen rund 30 Menschen aus der Region. Die wollten vor allem wissen, wie es nun, nach der Stilllegung der Verbindung Ende Juni, weitergehen kann.

Gierfähre legte auch früher an

„Wir wollen zeigen, dass wir die Verbindung brauchen und dass wir zusammenstehen“, erklärte Eckhard Gnodtke. Und er verwies auf seine Bemühungen, Fördermittelbedingungen zu klären, und den Vorstoß Manfred Behrens’, einen privaten Betreiber für die Fähre zu finden. Dieser hatte kurz vor der Stilllegung einen Rückzieher gemacht, weil man sich wegen des Fährenpersonals nicht einig geworden war.

Es ging am Dienstag auch um ein geplantes Gutachten, das Strömungsverhältnisse, aber auch Kosten einer künftigen Elbquerung beleuchten soll. Dafür hatte der Stadtrat in Tangerhütte bereits 7000 Euro, die als Betriebskostenzuschuss zur Fähre für dieses Jahr eingeplant waren, umgewidmet (Volksstimme berichtete). Gnodtke erinnerte aber auch daran, dass es der Gemeinde Elbe-Parey als bisher alleinigem Kostenträger zu verdanken sei, dass die Fähre überhaupt so lange gefahren ist.

Neue Idee auf Ferchländer Seite

Von Ferchländer Seite aus gibt es inzwischen die neue Idee, eine gebrauchte Gierseilfähre aus Sachsen zu holen, die aber sei sehr klein und es müssten Anlegestellen verändert werden, fasste Manfred Behrens vor Ort zusammen. „Wichtig ist, dass es hier weitergeht“, sagte er. Behrens selbst ist mit einigen Aktiven aus Ferchland beim Wasser- und Schifffahrtsamt gewesen, um sich über die Bedingungen für einen Gierfährenbetrieb zu informieren. Demnach müsse die Gierfähre aus Strömungsgründen auf der Griebener Fähre festgemacht werden.

Das sei schon früher so gewesen, sagte der Griebener Joachim Düsedau vor Ort. Er selbst wisse noch, dass der Fähranleger auf einem Buhnenkopf neben dem heutigen Anlegeplatz lag, sagte er. Bis 1945 die letzte Gierfähre bei Ferchland/Grieben versenkt wurde, landete sie an der Griebener Buhne an.

Kreistagsmitglied Edda Ahrberg (Bündnis 90/Die Grünen) erinnerte vor Ort auch an den fraktionsübergreifenden Antrag des Kreises, das Landesstraßengesetz zu ändern, um die Fähren dem Land zuzuordnen. Das aber könnte am Geld scheitern, schätzte Landtagsmitglied Detlef Radke ein.

Kauf und Betrieb einer Elbfähre

Die CDU-Fraktionen in den Landkreisen Stendal und Jerichower Land sowie der Stadt- und Gemeinderäte in Tangerhütte und Elbe-Parey wollen drüber hinaus gleichlautende Anträge einbringen, die die Hauptverwaltungsbeamten (Bürgermeister und Landräte) beauftragen, den gemeinsamen Erwerb und Betrieb einer Elbfähre sowie Verhandlungen mit potenziellen Partnern anzuschieben, um eine privatrechtliche Betriebsgesellschaft (zum Beispiel ein Zweckverband) einzurichten. Dieser soll es dann besser möglich sein, Fördermittel für die Fähre zu erhalten.

Stadtratsvorsitzender Werner Jacob (CDU), der den Antrag in der nächsten Sitzung einbringen will, hat noch eine weitere Idee: Wenn man schon eine neue Verbindung einrichtet, sollte zumindest über eine moderne Elektrofähre, die Platz auch für Busse mit Touristen böte, nachgedacht werden. Für die dürfte es in Zeiten des Klimaschutzes gute Fördermöglichkeiten über die Europäische Union geben, meinte er im Volksstimme-Gespräch.