Die aktuellen Preise und die Vorschläge für die Erhöhungen

Erwachsene

aktuell: 3 Euro

Stadtvorschlag: 5 Euro

FSS/BfS-Vorschlag: 4 Euro

Kinder und Jugendliche vom vollendeten 3. Lebensjahr bis zum vollendeten 18. Lebensjahr, Schüler, Studenten, Auszubildende, Personen im freiwilligen sozialen Jahr und Schwerbehinderte

aktuell: 1 Euro

Stadtvorschlag: 2,50 Euro

FSS/BfS-Vorschlag: 2 Euro

Empfänger von Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder Grundsicherung

aktuell: 2,50 Euro

Stadtvorschlag: 3,50 Euro

FSS/BfS-Vorschlag: 3 Euro

Mitgeführte Hunde

aktuell: 1 Euro

Stadtvorschlag: 2 Euro

Familienkarte (zwei Erwachsene und zwei Kinder)

aktuell: 7 Euro, jedes weitere Kind 1 Euro

Stadtvorschlag: 12,50 Euro, jedes weitere Kind 2,50 Euro FSS/BfS-Vorschlag: 10 Euro, jedes weitere Kind 2 Euro

Gruppen mit mindestens zehn Personen:

aktuell: Erwachsene pro Person 2 Euro, Kinder und Jugendliche pro Person 1 Euro

Stadtvorschlag: 4,50 Euro pro Erwachsenem, 2 Euro pro Kind und JugendlichemFSS/BfS-Vorschlag: 3,50 Euro pro Erwachsenem, 1,50 Euro pro Kind und Jugendlichem

Sonderaktionen (Zuschläge gelten auch für Jahreskarteninhaber), unter anderem Führungen oder besondere Veranstaltungen

aktuell: 1 Euro pro Person

Stadtvorschlag: weiter 1 Euro

Reduzierter Eintrittspreis am Aktionstag (jeder Freitag, wenn dieser kein Feiertag ist)

aktuell: 2,50 Euro pro Erwachsenem, Kinder und Jugendliche vom vollendeten 3. Lebensjahr bis zum vollendeten 18. Lebensjahr: 1 Euro Stadtvorschlag: 4 Euro pro Erwachsenem, Kinder und Jugendliche: 2 EuroFSS/BfS-Vorschlag: 3 Euro pro Erwachsenem, 1,50 Euro pro Kind und Jugendlichem

Jahreskarten (ohne Sonderaktionen)

aktuell: 30 Euro pro Erwachsenem, 15 Euro für Kinder und Jugendliche vom vollendeten 3. Lebensjahr bis zum vollendeten 18. Lebensjahr, Schüler, Studenten, Auszubildende, Personen im freiwilligen sozialen Jahr und Schwerbehinderte, Empfänger von Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder Grundsicherung

Stadtvorschlag: 35 Euro pro Erwachsenem, 20 Euro für die anderen Genannten

Neu geplant:

Familien-Jahreskarten (zwei Erwachsene, zwei Kinder): 60 Euro

Jahreskarte für die Mitnahme eines Hundes: 15 Euro

Stendal l Vor sechs Jahren waren die 2007 festgelegten Eintrittspreise für den Tiergarten leicht erhöht worden, seither sind sie unverändert. Die Ausgaben aber sind zum Teil gestiegen. Klar ist: Mit den Einnahmen, hauptsächlich aus den Eintrittsgeldern, können die Ausgaben nicht gedeckt werden. Das ginge nur mit einer so deutlichen Erhöhung der Preise, dass vermutlich viele Besucher wegbleiben würden.

Aber zumindest der Deckungsgrad soll erhöht werden, damit der Zuschussbedarf aus dem Stadthaushalt verringert werden kann. Mit den von ihr vorgeschlagenen Erhöhungen – zum Teil mehr als das Doppelte – erhofft sich die Stadt Mehreinnahmen von zirka 176.000 Euro. „Wir haben nach bestem Wissen und Gewissen die neuen Preise kalkuliert. Wohlwissend, dass sie eine höhere Belastung sind“, sagte OB-Stellvertreter Axel Kleefeldt (CDU) im Haupt- und Personalausschuss. Die Stadt strebe „eine gewisse Wirtschaftlichkeit an, die man in diesem Bereich sowieso nicht bekommt“.

Alternative für Tiergarten-Preise

Im Vorschlag der Stadt sind teilweise erhebliche Steigerungen bei den Eintrittspreisen vorgesehen. Der Eintritt für Erwachse, der derzeit bei drei Euro liegt, soll auf fünf Euro erhöht werden, der für Kinder und Jugendliche von einem Euro auf 2,50 Euro (alle Preise und Vorschläge im Info-Kasten). Für Kleinkinder und städtische Schulklassen soll der Eintritt weiter kostenfrei sein.

Für die Fraktion Freie Stadträte Stendal/Bürger für Stendal sind die Vorschläge zu hoch. Darum hat sie einen Änderungsantrag eingebracht, mit dem ein Mittelweg gegangen wird. Unter anderem, um ein deutliches Ausbleiben von Besuchern zu verhindern, das Defizit aber dennoch zu verringern. „Wir haben versucht, eine Abmilderung vorzunehmen“, erklärte der Fraktionsvorsitzende Christian Röhl. Seine Fraktion sei auch dafür, den Kostendeckungsfaktor zu verbessern, aber die vorgeschlagenen neuen Preise seien ihrer Ansicht nach zu hoch.

Dem schloss sich die Fraktion Linke/Grüne an. „Ansonsten hätten wir einen Änderungsantrag eingebracht“, sagte deren Vorsitzender Joachim Röxe, „denn seit 25 Jahren haben sich Linke-Stadträte für moderate Preise eingesetzt.“ Dass die Stadträte zwar für eine Erhöhung der Eintrittspreise sind, aber nicht in der von der Stadt vorgeschlagenen Höhe, hat die Abstimmung im Hauptausschuss gezeigt: einstimmig für den Vorschlag der FSS/BfS-Fraktion. Entscheiden muss der Stadtrat während seiner Sitzung am 2. November.

Besucherzahlen im Tiergarten konstant

Die Besucherzahlen im Tiergarten waren in den vergangenen Jahren recht konstant. Im Jahr 2017 wurden 53.448 zahlende Gäste gezählt, im Jahr 2018 waren es insgesamt 53.085 und im vergangenen Jahr 52.873 Euro. Die Einnahmen aus Eintrittsgeldern (inklusive Aufschlag für Veranstaltungen) lagen dabei zwischen rund 115.000 und 117.000 Euro. Damit können im Schnitt 14 Prozent der Kosten gedeckt werden.

Die Aufwendungen für den Stendaler Tiergarten haben in den vergangenen Jahren im Durchschnitt bei gut 900.000 Euro gelegen, mal mehr, mal weniger. Würde der Stadtrat den Erhöhungsvorschlägen aus dem Rathaus folgen, könnte sich der Kostendeckungsgrad auf 35 Prozent erhöhen.