Stendal l „Wir freuen uns sehr, dass sie da sind.“ Dieser Satz von Cordula Jung, stellvertretende Intendantin, lässt Chiara Carlomagno unwillkürlich lächeln. Denn die 20-Jährige ist eine derer, die mit „sie“ gemeint sind – die FSJler am Theater der Altmark. Das Freiwillige Soziale Jahr „Kultur“ ist hier zu einer etablierten Möglichkeit für junge Leute geworden, sich nach der Schule erst einmal berufliche Orientierung zu verschaffen.

Aus Hessen nach Stendal

Für Chiara Carlomagno, die aus dem hessischen Eschwege kommt, stand schon länger fest, dass sie einmal in Kunst und Kultur arbeiten will. Und dass sie zwischen Abitur und Studium erst mal eine Pause einlegen wollte. Sie hat sich deutschlandweit für ein FSJ beworben, landete schließlich in Stendal. Überzeugt habe sie hier vor allem, dass es außer ihr noch weitere FSJler im Haus gibt. „Man hat gleich Anschluss, und wir haben uns auch sofort alle gut verstanden.“

Sie selbst habe sich am meisten für die Öffentlichkeitsarbeit interessiert, und so sitzt sie selbstverständlich bei diesem Gespräch mit der Volksstimme mit am Tisch, neben ihr ihre „Patin“, Pressesprecherin Magdalena Burkhardt. Die freut sich über diesen „frischen Wind und neue Ideen“ bei ihrer Arbeit. „Nach der Einarbeitungszeit sind die FSJler ziemlich schnell sehr fit“, sagt Burkhardt, „das Spannende im Bereich Öffentlichkeitsarbeit ist, dass man Einblick in wirklich alle Bereiche hat, aber insbesondere die Verbindung zur Welt außerhalb des Theaters hat.“

Eigenes Projekt verwirklichen

Das schätzt auch Chiara Carlomagno sehr, deren FSJ-Kollegen derweil im Haus unterwegs sind, bei Proben oder mit Vorbereitungen auf und hinter der Bühne beschäftigt – sei es in der Theaterpädagogik, Regieassistenz, Ausstattung oder Dramaturgie. Seit 2003 gibt es am TdA die Möglichkeit, ein FSJ zu absolvieren, sechs Stellen waren es bisher, ab nächster Spielzeit kommt neu der Bereich Ton-/Veranstaltungstechnik hinzu. „Es hat zwar jeder FSJler seinen bestimmten Bereich und damit auch festen Ansprechpartner, aber es ist durchaus möglich und gewünscht, dass jeder auch in andere Bereiche hineinschaut und so das ganze Haus mit seinen vielen Berufsfeldern kennenlernt, also den Theaterbetrieb von Grund auf“, erklärt Cordula Jung. Die Freiwilligen nehmen zudem an Seminaren teil und setzen eigenständig ein Projekt um.

Mal abgesehen vom Einarbeitungsaufwand sind die FSJler für die Theaterleute auch eine Bereicherung. Aber es sind eben Freiwillige, wie Cordula Jung betont: „Sie sind für uns emotional nicht wegzudenken, aber ohne sie darf der Betrieb nicht zusammenbrechen.“

Wer Interesse hat, meldet sich bei Cordula Jung unter Tel. 03931/635809 oder per Mail an: c.jung@tda-stendal.de.