Stendal l Zwischen September 2009 und Juni 2010 wurde in Stendal die Hallstraße saniert und mit großen Granitsteinen gepflastert. Rund 500.000 Euro wurden dafür ausgegeben. Mittlerweile ist offensichtlich, dass die Straße größere Mängel aufweist. Es gibt tiefe Spurrillen. An einigen Stellen liegen die Steine sehr locker.

Als es vor anderthalb Jahren um die Sanierung und um den geeigneten Straßenbelag in der Weberstraße – einer Parallelstraße zur Hallstraße – ging, da war es der SPD-Stadtrat Jürgen Schlafke (SPD), der den Finger in die offene Wunde legte und sich mehrfach bei der Verwaltung nach dem Zustand der Hallstraße erkundigte und wissen wollte, ob diese schon bald wieder sanierungsbedürftig sei.

Mittlerweile ist klar, dass die Straße im Belag und auch im Unterbau große Mängel aufweist. Eine Studie, die die Verwaltung im Februar 2017 in Auftrag gegeben hatte, belegt, dass der bautechnische Zustand fast über die gesamte Länge Schäden aufweist und es durch Baumängel im Unterbau zu Verschiebungen in der Pflasterung gekommen sei. Durch den nicht fachgerechten Bau komme es auch zu Problemen bei der Regenwasserversickerung.

Straßenzustand wurde nicht dokumentiert

Jürgen Schlafke ist enttäuscht von den Antworten von der Verwaltung, die er auf seine Fragen bekommen hat, die er im Dezember gestellt hatte. Ihm ging es dabei insbesondere um eine Dokumentation der Mängel während des Gewährleistungszeitraumes. Wie Schlafke im letzten Stadtrat dargelegt hatte, habe es offensichtlich jahrelang keine Kontrolle des Straßenzustandes gegeben. Dies sei von der Verwaltung mit Personalwechsel begründet worden.

Mit diesen Antworten wollte sich Jürgen Schlafke und auch die gesamte Fraktion SPD/FDP/Piraten/Ortsteile nicht zufrieden geben. Sie stellten den Antrag, dass das Rechnungsprüfungsamt im „Fall Hallstraße“ eine Sonderprüfung durchführe und die Planung, die Bauausführung, die Bauabnahme und Gewährleistungsansprüche eingehend prüfe.

Der Stadtrat stimmte dem Antrag einstimmig zu.

Stadtrat Dirk Hofer (CDU) wies darauf hin, dass sehr viel Verkehr über die Straße gehe und seine Fraktion schon seinerzeit eine Schwarzdecke vorgeschlagen hatte. Einen derartigen Straßenbelag hatte die Verwaltung lediglich in Ausnahme für die Deichstraße gewährt.

Stadtrat Jürgen Schlafke betonte, dass er darauf bestehe, dass die Anwohner nicht erneut finanziell belastet werden, wenn es zu einer baldigen Sanierung der Hallstraße kommen sollte.