Stendal l Das Treffen von Lok-Präsident Ulrich Nellessen mit der Mannschaft und dem Trainer des Oberligisten hat zu keinem Ergebnis geführt. „Es herrscht weiterhin Stillschweigen“, sagte Nellessen auf Anfrage der Volksstimme. Er habe den Spielern und Trainer Sven Körner nahegelegt, in die Offensive zu gehen. „Sie sollten sich zu den Vorwürfen äußern, bevor die Umstände sie dazu zwingen, das zu tun“, meinte Nellessen. Doch sie würden sich allesamt „abducken“.

So bleibt der Vorwurf im Raum, dass Mannschaft und Trainer die Fans dazu benutzt haben, ihrer Forderung nach einer Geldprämie Nachdruck zu verleihen und Sportvorstand Ralf Troeger loszuwerden. Beim ersten Saisonspiel gegen den Greifswalder FC wurden Transparente gegen den Rechtsanwalt ausgerollt, es folgten Schmähgesänge und Troegers Rücktritt.

Erstmal nur Gerüchte

Der Vereinspräsident sieht sich in Zugzwang. „Klar ist, dass ich handeln muss, aber wenn ich etwas tue, muss es das Richtige sein“, schilderte er im Gespräch mit der Volksstimme das Dilemma. Es habe sich nach dem Gespräch am Abend des 30.8.2018 niemand bei ihm gemeldet, um vielleicht doch zu reden, weder der Trainer, noch ein Spieler. Auch nicht im Vertrauen. Auf der anderen Seite hätten sich Anrufer gemeldet, die bekräftigten, dass es einen Zusammenschluss von Trainer, Mannschaft und Fans gegen Troeger gegeben habe. Doch einen Beweis dafür hat Nellessen allerdings nicht in der Hand.

Die Fangemeinde von Lok scheint auch gespalten. So sind Anhänger des Oberligisten von der Waldseite in einen anderen Bereich des Hölzchens gewechselt, können mit dem Selbstverständnis mancher Fans nichts anfangen. An die Öffentlichkeit gehen wollen sie indes nicht.

So bleibt Nellessen in der Zwickmühle. Für ihn steht allerdings fest, „dass ich nicht der Präsident eines Vereins sein möchte, in dem so etwas nicht aufgeklärt wird“. Und letztlich gibt es auch noch eine andere Baustelle: Die sportliche Seite, auf die sich Mannschaft und Trainer so gerne zurückziehen, um sich zu den Querelen nicht äußern zu müssen. Nach drei Spielen in der Oberliga steht Lok ohne einen einzigen Punkt da. Vorwürfe vom Präsidenten kommen allerdings nicht: „Die Jungs haben gut gespielt, alles gegeben“. Mit dem FC Strausberg wartet am Sonntag, den 2.9.2018 der durchweg siegreiche Tabellenführer. Nach der vierten Niederlage in Folge könnte sich die Trainerfrage aus einem ganz anderen Grund stellen.