Wettbewerb

Gärten haben sich verbessert

Mit viel Fleiß und Engagement ist erneut ein Gartenwettbewerb im Landkreis Stendal beendet worden, der landesweit seines Gleichen sucht.

Von Regina Urbat

Stendal l Hätte sie einen Hut aufgehabt, sie hätte diesen unter Verbeugung gezogen, versichert Ute Simon. Sie ist Mitglied des Präsidium des Landesverbandes der Gartenfreunde und war am Sonnabend Gast der Auswertungsveranstaltung des kreisweiten Kleingärtnervereins-Wettbewerbs auf der Anlage Hoher Kranz in Stendal.

Es gebe nur wenige Kreisverbände, die so kontinuierlich wie die Ostaltmärker einen Wettstreit fortführen. „Und dass mit einem enormen Engagement“, betont Ute Simon. Der Wettbewerb zeichne sich durch die enge Zusammenarbeit des Kreisvorstandes mit den 61 Kleingärtnervereinen im Landkreis aus, werde vom Landratsamt bis hin zu Stadtverwaltungen und Sponsoren unterstützt. „Und einzigartig ist auch die tolle Presse durch die jahrelange Kooperation mit der Volksstimme.“

Klappern gehöre zum Handwerk, und Öffentlichkeit benötigen die Gartenfreunde zunehmend, sagt Ute Simon. Bundesweit gebe es rund 90.000 Kleingärten, etwa 2.000 Gärten werden jährlich aufgegeben. Deshalb werden auf Bundesebene versucht, die Kleingärtnervereine im Programm Stadtumbau zu berücksichtigen. „Rück- und Umbau von Parzellen kostet Geld, Kraft und gute Worte.“ Deshalb appellierte Simon, an die Landtags- und Bundestagsabgeordneten aus der Region heranzutreten und ihre Unterstützung einzufordern. Kleingärtnern „ist das schönste Hobby der Welt und darf kein Auslaufmodell werden.“

Alles dafür zu tun, das versicherte Stendals Kreisverbandschef Manfred Meckel. Ein Baustein sei der Wettbewerb, an dem diesmal 44 Kleingärtnervereine aus dem Landkreis Stendal vom 11. bis 26. Juni teilgenommen haben. Keine leichte Aufgabe, zumal in relativ kurzer Zeit mehr als 1.000 Parzellen besichtigt wurden, bei zum Teil tropischen Temperaturen. Umso mehr bedankte sich Manfred Meckel bei den Mitgliedern der Jury-Kommission: Dieter Knofflock als Vorsitzender, Bernd Neu, Annedore Schulze, Jutta Dreger und Petra Sandmann.

Um Fairness zu wahren, wurden die Kleingärtnervereine in drei Gruppen eingeteilt: bis 60 Parzellen, 61 bis 90 Parzellen und ab 91 Parzellen. Bewertet wurde die Sauberkeit in den Schrebergärten sowie auch der Leerstand, sprich, ob verwaiste Parzellen bei Arbeitseinsätzen entsprechend berücksichtigt wurden. Festgestellt worden sei, so Meckel, dass gegenüber dem Vorjahr Verbesserungen eingetreten sind. Auf leeren Parzellen seien Festwiesen, Spielplätze, Streuobstwiesen, Insektengärten und Bienenweiden sowie Tafelgärten geschaffen worden. „Die Leistungsdichte ist gestiegen“, stellte Meckel fest, bevor er die Siegerehrung eröffnete. Überreicht wurden Pokale samt Urkunden, kleinen Prämien als Zuschuss für Vereinsfeste sowie Blumen.

Bei aller Freude gab es auch nachdenkliche Worte vom Vorsitzenden. In der Zukunft komme mehr darauf an, mit dem Leerstand fertig zu werden. „Es liegt zum einen an der Altersstruktur der Kleingärtner und zum anderen am Problem, überhaupt neue Pächter zu finden.“ Deshalb müssten langfristig Anlagen aufgeben werden wie im Vorjahr die des Vereins Südost in Stendal. Zwölf Gartenfreunde seien in andere Vereine vermittelt worden. Andererseits sei es erforderlich, sich von starren Reglementierungen abzuwenden. „Beispielsweise brauchen jungen Familien mit Kindern Zugeständnissen, eine Spielwiese mit Pool einzurichten, Ökofans haben ebenso ihre Eigenheiten“, sagt Manfred Meckel und fügt hinzu: „Wir müssen in Zukunft beachten, dass das Kleingartenwesen sich ganz anders entwickeln wird.“ Natürlich müsse der Charakter eines Kleingartens ersichtlich sein – jedoch zeitgemäß.

Früher wurde angebaut, um sich mit Obst und Gemüse selbst zu versorgen. „Heute ist man Kleingärtner aus Leidenschaft und übt sein Hobby zur Erholung und Entspannung aus“, unterstreicht Meckel.