Bürgerinitiative Stendal stellt beim "Tag der offenen Tür" Musik-Projekt vor

Gehirn-Jogging mit einem Saiteninstrument

Von Volker Langner

Stendal (vl) l "Ich möchte den Menschen eine glückliche Spanne Zeit geben", erklärt Gunhild Heinrich, die als Musik-Geragogin in Salzwedel tätig ist und damit älteren Menschen musikalische Bildung vermittelt. Am Sonnabend war die Ex-Tangerhütterin beim "Tag der offenen Tür" in der Tagesstätte der Bürgerinitiative Stendal zu Gast. Dort stellte sie ein Projekt vor, das die Bürgerinitiative in diesem Jahr angehen möchte: Musizieren mit der Veeh-Harfe. Das Zupfinstrument, welches in der Regel über 18 oder 25 Saiten verfügt, ist so konzipiert, dass jedermann auch ohne Notenkenntnisse darauf Melodien spielen kann. Das belegte Heinrich bei einem Zusammenspiel mit Besuchern des "Tages der offenen Tür".

Das Spiel mit der Veeh-Harfe schule das Rhythmusgefühl ebenso wie Hand und Arm; es fördere die Gemeinschaft, schätzt Heinrich ein. Ihre Schlussfolgerung: "Das Spiel mit der Veeh-Harfe ist Gehirn-Jogging." Und damit genau richtig für die Tagesstätte der Bürgerinitiative. Schließlich werden dort montags bis freitags Menschen mit sogenannter eingeschränkter Alterskompetenz betreut. Dazu zählen unter anderem Senioren, die unter Demenz, Parkinson und Folgen eines Schlaganfalls leiden.

"Als ich von den Angeboten mit der Veeh-Harfe gehört habe, habe ich mir gleich gesagt: Das passt in unser Konzept", erzählt Marion Mohr. Ein entsprechendes Projekt will die Vorsitzende der Bürgerinitiative in absehbarer Zeit auf den Weg bringen. "Ein- oder zweimal pro Woche könnten wir Musikstunden mit der Harfe anbieten. Das hängt von der Nachfrage ab", sagt sie.

Noch verfügt die Tagestätte über keine Veeh-Harfe, deren kleinste Ausführung nach Informationen von Heinrich stolze 425 Euro kosten soll. Allerdings hat der Stendaler Verein noch eine Spende der Volksbank für ein Projekt in der Hinterhand. "Zwei Harfen würden wir uns gern anschaffen. An den Musiknachmittagen sollen aber mehr Menschen teilnehmen. Zur Musik der Instrumente darf ja auch gesungen werden", blickt Mohr voraus.

Allerdings müssen die Laien-Musiker angeleitet werden. Mohr hat dazu erste Gespräche geführt und ist optimistisch, dass Gehirn-Jogging mit der Veeh-Harfe nicht nur Zukunftsmusik bleibt.