Stendal l Er ist der Vater von zwei Töchtern, hat in seiner Jugend Leistungssport im Handball betrieben und später Psychologie studiert. Jetzt ist Stefan Prax der neue Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Altmark in Stendal. Damit löst er Bernhard Brauer ab, der den Posten 18 Jahre lang besetzt hat.

Geboren in Cottbus, hat es seine Familie kurze Zeit später in die Nähe von Potsdam gezogen, wo der junge Stefan Prax auf die Sportschule ging. Acht bis zehn Mal die Woche hat er dort Handball trainiert. Mit 13 war sein Wunsch, mit der Nationalmannschaft bei Olympia zu spielen. Doch irgendwann musste er sich eingestehen: „Mein Talent reichte nicht aus, mit Handball Geld zu verdienen“, sagt er.

Für Psychologie entschieden

Er hat sich stattdessen auf seine schulische Laufbahn konzentriert und ab der 11. Klasse eine weitere Leidenschaft gefunden – Psychologie, ein Wahlfach seiner Schule. „Psychologie ist sehr vielfältig“, sagt Prax und erklärt, dass es in den wenigsten Fällen dem Klischee vom Patienten auf der Ledercouch entspricht.

Es folgten ein Bachelor in Magdeburg und ein Master in Braunschweig in Arbeits- und Organisationspsychologie. Wegen des Masters und der Liebe ist er nach Stendal gezogen. Seine Frau, die er bereits auf der Sportschule kennengelernt hat, ist Stendalerin und zum Masterstudium war sie mit dem ersten Kind schwanger. Um seiner Familie nah zu sein, hat sich Stefan Prax für das Pendeln entschieden.

Uchtspringe nach dem Studium

Nach dem Studium arbeitete der 30-Jährige in der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Uchtspringe. Doch schnell merkte er: „Das ist nicht das, was ich bis zur Rente machen möchte.“ Viele Kinder, denen er half, kehrten irgendwann wieder zurück. Er glaubte, das Ergebnis seiner Arbeit entsprach nicht der Energie, die er dafür aufwand.

Diese Energie steckt er nun in seine Arbeit als Geschäftsführer. „Es ist etwas, das mir Spaß macht“, sagt der Psychologe. Er freut sich darauf, sich immer neuen Herausforderungen zu stellen und schätzt die Vielfältigkeit, die mit seinem Beruf einhergeht.

Handwerk im Blut

Einen ganz handwerksfreien Lebenslauf hat Stefan Prax aber nicht. Im Gegenteil: Es liegt ihm im Blut. Seine Großväter waren Handwerker, sein Vater ist Bauingenieur und sein Schwiegervater kommt auch aus dem Handwerk. „Man bekommt auch darüber die Probleme des Handwerks mit.“

Und Probleme gibt es coronabedingt genug. Eine Befürchtung der Handwerker ist, „dass die Auftragslage demnächst nicht so gut ist.“ Auch müssen die Versammlungen der verschiedenen Handwerks-Innunen nachgeholt werden, die im Frühjahr ausfielen. Doch auch Beratungen sind Teil seines Jobs und somit hat Stefan Prax immer ein offenes Ohr für Handwerker in Not.