Ortsgeschichte

Heimat- und Schifferverein Bittkau hängt historische Fotos auf Plexiglas-Tafeln auf

20 Tafeln mit historischen Gebäudeansichten und zum Teil mit Informationen über bedeutsamere Objekte seines Dorfes hat der Heimat- und Schifferverein Bittkau an der Elbe in den vergangenen Monaten aufgehängt. Eines der alten Bilder, dessen Zuordnung etwas schwieriger war, hängt heute bei Familie Michelmann vor dem Haus.

Von Birgit Schulze
Aileen Lemme (von links), Bernd und Petra Michelmann sowie Alexander Wittwer freien sich über die Projektergebnisse.
Aileen Lemme (von links), Bernd und Petra Michelmann sowie Alexander Wittwer freien sich über die Projektergebnisse. Foto: Birgit Schulze

Bittkau - Bernd und Petra Michelmann wohnen seit etwa 40 Jahren in ihrem Haus in der Thälmannstraße. Als sie es damals kauften, kannten sie die früheren Bewohner nicht. Als im Fundus des Bittkauer Heimat- und Schiffervereins ein altes Foto auftauchte, an dem einige Bittkauer lange herumgerätselt hatten, wären wohl auch Michelmanns nicht ohne weiteres darauf gekommen, dass darauf ihr Haus und die früheren Bewohner ihres Heims in der für die 1910er und 1920er Jahre typischen Kleidung einer Schifferfamilie zu sehen sind.

Vereinsvorsitzende Aileen Lemme sagt: „Dieses Bild war wohl die schwerste Geburt bisher.“ Sie hatte das Foto immer wieder in Händen gehabt und war mehrfach durch das alte Elbschifferdorf gegangen, um zu sehen, wo es aufgenommen worden sein könnte. Bis ihr eines Nachts eine Idee kam. „Das konnte nur hier sein“, sagt sie und berichtet von der Suche nach Fundamenten eines alten Schuppens vor dem Haus. Auch Familie Michelmann bestätigte dann, dass die alte Haustür, die auf dem historischen Bild noch zu sehen ist, von ihnen selbst zugemauert worden war.

Bäcker, Läden und Gaststuben mit Texten

Auch bei Kathrin und Torsten Thiel steht bereits ein Plexiglasschild mit einer historischen Aufnahme ihres Heims vor dem Haus. Das beherbergte einst das Lebensmittel- und Feinkostgeschäft Alfred Laue. Für Gebäude mit öffentlicher Bedeutung wie alte Bäckereien, Gastwirtschaften oder eben den Lebensmittelladen sollen noch zusätzliche Schilder mit Informationen gedruckt werden. Dadurch bekommen sowohl Einheimische als auch Touristen auf dem Elberadweg Gelegenheit, das Dorf besser kennenzulernen.

Torsten Thiel in Bittkau vor seinem Haus mit der historischen Ansicht des Gebäudes.
Torsten Thiel in Bittkau vor seinem Haus mit der historischen Ansicht des Gebäudes.
Foto: Thiel

Die Dorfgemeinschaft in Bittkau ist außerdem aufgerufen, weitere historische Fotos herauszusuchen und zur Verfügungzu stellen. Im Vereinsarchiv sind noch einige historische Motive zu finden. Es gebe schon weitere Interessenten für die nächsten Schilder, sagt Aileen Lemme. Angedacht sei, dass sich der Verein an den noch geplanten Schildern jeweils zur Hälfte beteiligen will. Wer auch noch bei dem Projekt mitmachen will, der könne sich bei ihr melden. Bei der Finanzierung der rund 40 Euro pro Tafel wolle sich der Verein mit einbringen.

Hinweis für durchfahrende Radtouristen angedacht

Die 20 ersten Schilder wurden jetzt über eine Förderung aus dem Bundesprogramm „Demokratie Leben“ über den Stendaler Verein „KinderStärken“ bezahlt. Das Projekt sollte auch das Miteinander im Ort fördern und das scheint gelungen, denn an den Schildern bleiben die Menschen gerne stehen, um über alte Zeiten zu plaudern und sich zu erinnern.

Ortsbürgermeister Alexander Wittwer würde sich wünschen, dass auch die Radtouristen, die häufig durch Bittkau kommen, das Projekt mehr wahrnehmen würden, denn aktuell rasen viele einfach nur durch den Ort, ohne rechts und links zu schauen. „Vielleicht stellen wir noch einen Hinweis auf die Plexiglasschilder am Ortseingang auf“, sagt er. Aileen Lemme bedankt sich bei allen Bittkauern, die für das Projekt offen sind und die historischen Bilder an und vor ihren Häusern anbauen ließen oder noch lassen wollen.