Meßdorf l Die Bismarker Renate Pieper und Otto Herrmann wurden in Meßdorf für die beste Ortschronik des Jahres im Landkreis Stendal geehrt. Pieper und Herrmann hatten die „Chronik der Stadt Bismark“ von Friedrich Gehne aus dem Sütterlin transkribiert. Neben den entstandenen drei Bänden ergänzte Renate Pieper die Chronik im laufenden Jahr durch einen Bildband, der auf 213 Seiten Postkarten und Fotografien über Bismark vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die heutige Zeit zeigt.

„Den Teil über den Dreißigjährigen Krieg habe ich gleich zwei Mal gelesen“, erzählte Eike Trumpf im Rahmen der Preisverleihung an das Bismarker Chronisten-Duo. „Er ist nicht nur aus Bismarker, sondern auch aus altmärkischer Sicht spannend.“ Trumpf steht dem Beirat der „Dr.-Fritz-Milkowski-Stiftung“ vor, die seit 1988 mit dem Wettbewerb beispielhafte Chroniken und Beiträge zur Dorfgeschichte auszeichnet. Vier Vorschläge waren in diesem Jahr bei der Stiftung, die beim Landkreis Stendal angesiedelt ist, eingegangen.

Freude über 1. Platz

Die Freude über den ersten Platz beim diesjährigen Chronisten-Wettbewerb stand Renate Pieper und Otto Herrmann am Sonnabend ins Gesicht geschrieben. „Da steckt eine Menge Arbeit drin“, erklärte Herrmann. „Die Bismarker Chronik hat schon viele Interessenten gefunden“, stellte Pieper fest. „Exemplare sind unter anderem in die USA, nach Australien und nach Frankreich gegangen.“ Neben den Glückwünschen von Eike Trumpf und Ulrike Bergmann (Kulturamtsleiterin des Landkreises Stendal) sowie Blumen nahmen die Preisträger auch 300 Euro in Empfang.

Vorgeschlagen für die Teilnahme am Chronisten-Wettbewerb der Milkowski-Stiftung wurden Renate Pieper und Otto Herrmann von Annegret Schwarz, der Bürgermeisterin der Einheitsgemeinde Bismark. Für das nächste Jahr hat Schwarz auch schon einen Kandidaten ausgemacht, der für sein ehrenamtliches Engagement in der Regionalhistorie ins Chronisten-Rennen geschickt werden soll.

Die weiteren Preise gingen nach Stendal und Wulkau. Den zweiten Platz (dotiert mit 180 Euro) belegte Jörg Hosang für seinen Beitrag „Der Jahn-Gedenkstein in Heinrichslust in der Hansestadt Stendal“. Beschrieben wird die Geschichte des Denkmals für Friedrich Ludwig Jahn, das der Männer-Turn-Verein Stendal 1911 anlässlich seines 50-jährigen Bestehens am heutigen Stendaler Hölzchen einweihte. Den Werdegang des Gedenksteins hat Hosang seit 2015 akribisch recherchiert. „Das liest sich wie eine Dokumentation, wie ein Bautagebuch“, würdigte Eike Trumpf den Beitrag.

Der dritte Platz (120 Euro) ging an Erika Kügler, die sich mit der „Jubiläumsfibel 650 Jahre Wulkau 1367- 2017“ an dem Wettbewerb beteiligte. In der Fibel, von der laut der Autorin bereits 150 Stück verkauft wurden, ist historisches und aktuelles Bildmaterial präsentiert. Sie soll als Grundlage für weiteres Forschen und Aufarbeiten der Wulkauer Ortsgeschichte dienen.

Erika Kügler hatte bereits im Vorfeld erklärt, dass sie das Preisgeld für die Gründung eines Heimatvereins in Wulkau einsetzen möchte. Das stieß am Sonnabend nicht nur bei Norbert Lazay, dem Vorsitzenden des Altmärkischen Heimatbundes, auf Wohlwollen. Die Auszeichnung der Gewinner im Wettbewerb der „Dr.-Fritz-Milkowski-Stiftung“ wurde im Rahmen der öffentlichen Mitgliederversammlung des Altmärkischen Heimatbundes im Bürgerhaus von Meßdorf vorgenommen. Bereits zum zweiten Mal in Folge.

Norbert Lazay verwies mit Blick auf den Wettbewerb auf die Zinslage des Geldmarktes. Man müsse aufgrund der geringen Erträge überlegen, ob der Wettbewerb künftig noch jedes Jahr stattfinden könne. „Vielleicht reicht ja auch jedes zweite Jahr“, so Lazay.