Corona-Impfungen

In Stendal bleiben Hunderte Termine im Impfzentrum des Landkreises liegen

Die Zeiten, in denen Impftermine ein rares Gut waren, sind vorbei. Im Stendaler Impfzentrum sind in dieser Woche Hunderte Termine verfügbar.

Von Antonius Wollmann 05.07.2021, 18:16
Ulf Hökelmann aus Niederndodeleben (Landkreis Börde) erhielt am Montag in Stendal seine zweite Impfung.
Ulf Hökelmann aus Niederndodeleben (Landkreis Börde) erhielt am Montag in Stendal seine zweite Impfung. Foto: Antonius Wollmann

Stendal - Das Prozedere dauert gerade mal eine halbe Minute. Oberarm desinfizieren, Spritze aufziehen und rein mit dem Impfstoff. Anschließend begibt sich Ulf Hökelmann am Montagvormittag in den mäßig gefüllten Wartebereich des Stendaler Impfzentrums, um die obligatorischen 15 Minuten nach der Immunisierung abzuwarten. Extra aus Niederndodeleben in der Börde ist er angereist, um seine zweite Dosis zu erhalten. „Den Termin zu kriegen, war überhaupt kein Problem“, berichtet er.

Der Fall weist darauf hin, dass sich ein seit mehreren Wochen zu beobachtender Trend verstetigt: Die Bereitschaft, sich immunisieren zu lassen, sinkt im Landkreis Stendal kontinuierlich. Zwar treffen gestern immer wieder Menschen ein, von einer langen Schlange vor dem Gebäude im Stendaler Norden kann trotzdem keine Rede sein.

Zahlen im Impfzentrum Stendal stagnieren auf niedrigem Niveau

„Die Zahlen der Impfwilligen sind gleichbleibend schlecht“, fasst Friedhelm Cario, Leiter des Stendaler Impfzentrums, die Situation zusammen.

Um seine Aussage zu untermauern, schaut er kurz ins digitale Buchungssystem. Während das Personal am Montag und Dienstag noch relativ viel zu tun hat, kündigen sich ab der Wochenmitte große Lücken an. „Mittwoch haben wir noch 142 Termine frei, Donnerstag 159 und Freitag 153“, sagt der DRK-Mitarbeiter. Daran haben die verlängerten Öffnungszeiten (bis 20.30 Uhr) noch nichts geändert. Das in ganz Deutschland zu beobachtende Phänomen der nicht wahrgenommenen Impftermine mache dazu auch um Stendal keinen Bogen. Betroffen seien vor allem Zweitimpfungen, teilt Angela Vogel von der Pressestelle des Landkreises mit.

Über die Gründe für die abnehmende Nachfrage kann Cario nur spekulieren: „Offenbar denken viele Menschen, dass das Schlimmste überstanden ist.“ Auch die veränderte Empfehlung der Ständigen Impfkommission (StiKo) hat nicht dazu beigetragen, die Stimmung zu drehen.

Kreuzimpfungen werden in Stendal nachgefragt

Seit dem vergangenen Freitag haben alle volljährigen Personen die Wahl, ob sie sich bei der Erst-oder Zweitimpfung die Vakzine von Biontech oder Astrazeneca verabreichen lassen. Allerdings schlägt diese Veränderungen in Stendal nur minimal durch, da seit einigen Wochen ohnehin fast nur noch der Wirkstoff von Biontech beim ersten Piks verwendet wird, wie der Impfzentrumsleiter berichtet.

Auch sogenannte Kreuzimpfungen (siehe Infokasten) mit beiden Wirkstoffen sind im Impfzentrum möglich. Diese Möglichkeit werde von immer mehr Menschen genutzt. „Da gibt es tatsächlich viele, die von Astrazeneca auf Biontech wechseln“, sagt der Impfzentrumsleiter. Für Ulf Hökelmann kam dies nicht in Frage. Er blieb bei Biontech.