Stendal l Seit Juni 1999 bis Ende 2015 stand das Gebäude des ehemaligen Postamtes in der Hallstraße in Stendal leer, bevor es grundlegend saniert wurde. Heute befinden sich dort auf drei Etagen 17 Wohnungen, die zwischen 55 und 121 Quadratmeter groß sind.

1878 wurde das Gebäude fertig gestellt. Von Oktober 1853 bis 1999 war dort die Post angesiedelt, sagt Simone Habendorf vom Stadtarchiv. Nach dem Umzug der Post in die Breite Straße 75 gab es mehrere Ideen der Gebäudenutzung. Ein Hotel, Supermarkt, Senioren- und Studentenwohnungen waren im Gespräch. Konkret in die Tat umgesetzt wurde aber bis 2015 nichts.

Ein Investor, der nicht in der Öffentlichkeit in Erscheinung treten möchte, kaufte 2014 das Gebäude. Über die Kaufsumme spricht er nicht. Es ist lediglich bekannt, dass 200.000 Euro von der Stadt aus dem Förderprogramm Städte baulicher Denkmalschutz „Altstadtkern“ kamen. Weitere 84.000 Euro bekam der Besitzer für die Instandsetzung der Fenster, Außentüren und Fassade.

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Investor zögert nicht lange

„Selbstverständlich habe ich damals überlegt, ob ich das Objekt kaufen soll. Doch die Entscheidung fiel ziemlich schnell“, blickt er zurück. „Noch bevor das Gebäude offiziell auf den Immobilien-Markt kam, hat mich jemand informiert.“

Zur damaligen Zeit war der Mann Neuling in der Branche. „Ich spielte schon länger mit dem Gedanken, dort mein Geld zu investieren“, sagt er.

Zwischen 2015 und 2017 sanierte er das Postamt. Begonnen wurde mit dem Gebäude-Teil in der Hallstraße. Im nächsten Schritt wurde der Abschnitt in der Poststraße saniert. Zur Hofseite wurden im Erdgeschoss kleine Gärten angelegt. Die höheren Geschosse bekamen Balkone. Ein barrierefreier Eingang wurde im Hinterhof gebaut. Ein Fahrstuhl lässt die Mieter problemlos in alle Stockwerke gelangen.

Lediglich die alte Außenhülle blieb stehen. Das Postamt wurde wegen des Denkmalschutzes nach früherem Vorbild wiederaufgebaut. „Selbst die Farbe der Fensterrahmen war vorgegeben“, sagt der Bauherr. Die Denkmalschutzbehörde musste damals jede bauliche Maßnahme absegnen.

Hochwertige Ausstattung

Die Ausstattung der Wohnungen ist hochwertig. Der Investor nennt als Beispiele die Fußbodenheizung, die dreifache Verglasung der Fenster und die Vorrichtung eines Smart Home (Sterung der Geräte über Handy). Trotz allem versucht der Investor, die Nebenkosten so niedrig wie möglich zu halten. „Ich möchte, dass die Mieter für rund zehn Jahre oder mehr im Haus wohnen“, begründet er. Zu genauen Mietkosten schweigt er. „Ich habe ja Konkurrenz“, begründet er.

2017 konnten die ersten Mieter einziehen. Aktuell steht eine Wohnung leer, die räumlich erweitert wird. Ob der Investor sie bald an einen Interessenten vermietet oder vielleicht als Ferienwohnung für Besucher anbietet, lässt er sich noch offen. In den übrigen Wohnungen leben Familien, Senioren oder Alleinstehende.

Auch wenn der Investor mit einer Hausverwaltung aus Stendal zusammenarbeitet, die vieles für ihn in die Hand nimmt, gehen Probleme trotzdem über seinen Schreibtisch. Oft kümmert er sich dann persönlich darum, wenn beispielsweise die Heizung in einer Wohnung nicht funktioniert. „Einige, aber nicht alle Mieter kenne ich persönlich“, sagt er mit einem Lächeln.

Im Gespräch erweckt der Mann nicht den Eindruck, dass er den Kauf des Hauses bereut. „Heute überlege ich bei so einem Angebot nicht mehr“, stellt er fest.