Stendal l Drei Bewerber waren am Ende in der Auswahl, sehr schnell hatte sich Michael Schmidt an ihre Spitze gesetzt. „Es waren seine Offenheit und seine Art, die mir positiv aufgefallen sind“, sagte Prof. Günther Gademann, Vorsitzender des Kuratoriums der Johanniter-Krankenhaus Genthin-Stendal gGmbH, gestern bei der Vorstellung des neuen Klinikdirektors. Er sei zwar Naturwissenschaftler und Mediziner, so Gademann, aber auch als solcher sollte man ein wenig auf sein Bauchgefühl hören. Und das sei sehr gut bei Michael Schmidt, den der Kurator vor der Einstellung zweimal getroffen hat und der bei diesen Treffen „sportlich und jugendlich“ dahergekommen sei.

„Sport ist mir wichtig“, verrät der 50-Jährige dann auch, vor allem Laufen geht er sehr gern. Vor zehn Jahren hat er das Golfen für sich entdeckt, aber leider fehle dafür immer etwas die Zeit. Der gebürtige Berliner und Hertha-Fan hat selbst aktiv Fußball gespielt, lässt es jetzt jedoch ruhiger angehen – wegen der Verletzungsgefahr, vor allem aber, um die Freizeit mit der Familie zu verbringen. Denn im Februar wurde seine zweite Tochter geboren, die erste Tochter ist sechs Jahre alt.

Ausgebildeter Mediator

Sechs Jahre – ein Zeitraum, der auch in der jüngsten Berufsbiografie von Michael Schmidt vorkommt. Denn vor seinem Wechsel jetzt ans Stendaler Johanniter-Krankenhaus war er sechs Jahre lang Verwaltungsdirektor und Vorsitzender der Krankenhaus-Leitung des Elblandklinikums im sächsischen Radebeul, ein Haus in kommunaler Trägerschaft.

Davor arbeitete der Jurist und Kaufmann, der berufsbegleitend ein Studium zum Master of Business Administration (MBA) im Bereich Gesundheitswesen und -management absolviert hat, fünf Jahre lang als Prokurist und Leiter Personal/Organisation für den SRH-Konzern in Heidelberg. Bei dem privaten Anbieter von Bildungs- und Gesundheitsdienstleistungen war er konkret für das Kurpfalzkrankenhaus tätig.

Und noch etwas bringt der Neuzugang mit: Michael Schmidt ist ausgebildeter Mediator. „Ich möchte Konflikte lösen und nicht dafür verantwortlich sein, dass sie entstehen“, sagte der Klinikdirektor. Mit seinem Arbeitsantritt ist eine gut einjährige Vakanz beendet. Denn seit Anfang 2019 hatte Dr. Thomas Krössin, Geschäftsführer der Johanniter GmbH, Bereich Akutkrankenhäuser, in Personalunion auch die Position des Stendaler Klinikdirektors übernommen. Es war immer klar, dass ein Klinikdirektor oder eine Klinikdirektorin gesucht wird, der oder die dann wieder jeden Tag vor Ort ist.

„Ich bin ein sehr offener und kommunikativer Mensch. Ich lege sehr viel Wert auf Transparenz“, beschrieb sich Michael Schmidt bei seiner Vorstellung selbst. Er sehe sich als „Kümmerer“, der sich der Probleme der Mitarbeiter annehmen und mit ihnen „immer offen kommunizieren“ möchte.

Der Reiz der neuen Aufgabe

Darum sei es für ihn ganz selbstverständlich, dass er sein Büro verlässt und im Haus unterwegs ist, um mit den Mitarbeitern ins Gespräch zu kommen. Aktuell sei das leider sehr schwierig. „Das Miteinander ist mir sehr wichtig“, sagte der neue Klinikdirektor. Er sei zwar Kaufmann, doch das Kaufmännische im Klinik­alltag sollte „nie auf die Kosten der Menschen gehen“. Er wolle seinen Teil dazu beitragen, dass die Mitarbeiter gern zur Arbeit ins Stendaler Krankenhaus kommen.

Von Berlin nach Heidelberg, von Heidelberg nach Radebeul, von Radebeul nach Stendal – es seien immer die neue Aufgabe, das konkrete Krankenhaus und die Menschen, mit denen er zusammenarbeiten würde, gewesen, die ihn bei einem Wechsel gereizt haben. So sei es auch gewesen, als er vor einiger Zeit von den Johannitern mit einem Angebot für Stendal angesprochen worden war. „Ich höre viel auf meinen Bauch“, sagte der 50-Jährige und fügte hinzu: „Und ich glaube, dass es passen wird“, dass Stendal eine solche reizvolle Aufgabe ist, „die zu mir passt“.