Stendal l Die Corona-Pandemie schränkt viele Lebensbereiche ein, sorgt für wirtschaftliche Probleme bei den einen, für soziale bei anderen. Um die abzumildern, hatten die Stendaler Kaschade-Stiftung und das Unternehmensnetzwerk Altmark, kurz UNA, im Sommer gemeinsam die Spendenaktion „Füreinander da!“ mit einer Summe von 1000 Euro gestartet. Mittlerweile sind 4000 Euro im Topf. Etwa die Hälfte davon wird nun für eine Zusammenarbeit mit dem Theater der Altmark ausgegeben, dafür wurde eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet.

Altmarkweit unterwegs

Das TdA wird im kommenden Jahr, wenn es wieder möglich ist, 16 Vorführungen in Kindereinrichtungen und Grundschulen zeigen, notfalls auch erst in der nächsten Spielzeit. Auf Tour geht es mit den mobilen Klassenzimmerstücken und mit dem „Puppentheater mobil“. Wo die Stücke gezeigt werden, entscheidet das Theater selbst, aber es werden Aufführungsorte in der gesamten Altmark sein. „Uns ist wichtig, dass die Angebote auch in die Fläche gehen“, sagte Thomas Barniske als UNA-Vertreter. Das TdA als Partner bringe dafür gute Voraussetzungen mit, denn es hat ein gutes Netzwerk zu den Einrichtungen.

Bei Intendant Wolf E. Rahlfs stoßen sie damit auf offene Ohren. „Wir versuchen, den Netzwerkgedanken zu vertiefen“, sagt er. Denn das Theater wolle seine „Kunst nicht im Elfenbeinturm produzieren“, für ihn gehören Kultur und Bildung zur Teilhabe dazu. Gerade während der Corona-Pandemie haben Kunst und Kultur „gelitten“, so Rahlfs, deren Stellenwert sei von der Politik nicht groß genug betont worden. Darum sei die Kooperation bei „Füreinander da!“ ein „wichtiges Signal für unsere wertvolle Arbeit“. Da Stiftung und Unternehmensnetzwerk die Finanzierung der 16 Vorstellungen übernehmen, können die Stücke auch dort angeboten werden, wo es bisher an den Gagen gescheitert ist, weil die Eltern ihren Anteil nicht leisten konnten.

Mit dem Spendengeld sollen Angebote in den Bereichen Kultur und Bildung unterstützt werden. Die Initiatoren denken dabei ebenso an Kinobesuche wie daran, zum Beispiel einen Musiker zu engagieren, der vor einem Pflegeheim für die Bewohner und Mitarbeiter singt. „Wir sind für jede weitere Anregung dankbar“, so Thomas Barniske. Ziel sei es, dass Leute, die ihre Leistung anbieten, und Leute, die die Leistungen sonst nicht in Anspruch nehmen könnten, zusammengebracht werden.

Plan: Nachhilfeunterricht

Eine weitere Idee ist, dass aus dem Spendengeld Nachhilfeunterricht und Hausaufgabenhilfen finanziert werden, zum Beispiel in Einrichtungen im Stendaler Stadtseegebiet. „Denn wie Studien gezeigt haben, ist die Schulabbrecherquote mit 14 Prozent bei uns sehr hoch. Wir befürchten, dass die Quote noch größer werden kann“, sagte Rainer Erdmann, Vorstandsvorsitzender der Kaschade-Stiftung. Mit dem Spendengeld könnten ehrenamtliche Lehrkräfte – Lehrer im Ruhestand oder Studenten – bezahlt werden, die die Nachhilfestunden absichern und einen „kleinen präventiven Beitrag zur Reduzierung der Schulabbrecherquote leisten“.

Kaschade-Stiftung und UNA hoffen, dass weitere Bürger und regionale Firmen die Aktion unterstützen. Wer spenden möchte, kann dies an die Kaschade-Stiftung, Kreissparkasse Stendal, IBAN: DE80 8105 0555 3010 0153 33, Verwendungszweck: „Füreinander da!“ Auf Wunsch gibt es Spendenquittungen.