Pfiffige Variante der Nachwuchsarbeit in einem rührigen Tangerhütter Verein

Kinder betreuen ihren eigenen Garten

Von Sebastian Siebert

"Man muss was für den Nachwuchs tun", sagte Ulrich Drösemeyer gestern beim Kinderfest in der Gartenanlage "Freundschaft" in Tangerhütte über den Grund, der Kindertagesstätte "Anne Frank" einen kleinen Garten mit vier Beeten zur Verfügung zu stellen. "Die Kinder freut es, und wir hoffen natürlich, hier die Grundlagen für das Interesse am Kleingarten zu legen."

Tangerhütte. Malen, spielen, staunen - das alles taten gestern die Kinder der Kindertagesstätte "Anne Frank" in der Kleingartenanlage "Freundschaft". Ulrich Drösemeyer, Vorsitzender des Kleingartenvereins, hatte die Jungen und Mädchen zu einem Kinderfest eingeladen.

Ausgangspunkt war die Idee des Vereins, der Kita einen Garten zur Verfügung zu stellen. Bereits seit dem Frühjahr kommen die Kinder einmal in der Woche in "ihren" Garten und sehen, was aus den gesäten Pflanzen wird.

"Jede Gruppe hat ein eigenes Beet", sagte Bettina Gruber, stellvertretende Kita-Leiterin. Die Kinder haben dort Obst und Gemüse angepflanzt. "Viele Kinder kennen einen Garten ja nicht mehr von zu Hause", ergänzte sie. Deswegen sei sie sehr froh, dass sich hier die Möglichkeit ergeben hat.

"Man muss ja was für den Nachwuchs tun", sagte Drösemeyer, der den Altersschnitt in seinem Verein auf über 60 Jahre beziffert "Die Kinder freut es, und wir hoffen natürlich, hier die Grundlagen für das Interesse am Kleingarten zu legen."

Noch seien die 108 Kleingärten alle ausgelastet. Aber in den anderen Anlagen in Tangerhütte sehe das ganz anders aus, meinte er. "Wir wollen das Interesse an der Natur einfach wecken, so früh wie möglich."

Die Jungen und Mädchen fanden den Tag gestern offensichtlich wunderbar. Sie spielten auf dem Rasen des Vereinsgartens, aßen heiße Würste vom Grill und tranken süße Brause. Dazu wurde gemalt. Mitglieder des Vereins hatten eigens eine Malstraße aufgebaut.

Umsorgt und bewässert wird der Garten von zwei Mitgliedern aus dem Verein. Horst Radzanowski und Harald Bünger haben sich bereiterklärt, den "Kindergarten" zu pflegen. "Die Kleinen kommen ja schließlich meist vormittags." Und schließlich wolle man eher Spaß als Arbeit vermitteln.