Stendal l Die Erkenntnis, dass man als Politiker – egal auf welcher Ebene – vor allem die Geduld zum Rumsitzen braucht, ist nicht neu, bestätigt sich aber immer wieder aufs Neue. Vor allem in den das Politisch-tätig-Sein vorbereitenden Wahlen ist Ausharren gefragt. Bevor also auch bei den Linken des Landkreises Stendal endlich an die Wahlurnen zur Bestimmung der Kandidaten für den 26. Mai geschritten werden konnte, galt es, über Tagesordnung, diverse Kommissionen, einen Initiativantrag zu Alstom und letzte Änderungsanträge zum Wahlprogramm abzustimmen. Und den Spitzenkandidaten Aufmerksamkeit zu schenken für ihre löblicherweise auf drei Minuten beschränkten Expressbewerbungsreden.

Mit vorbildlicher Geduld, Gelassenheit und der ein oder anderen humorvollen Einlassung absolvierte der Kreisverband der Linken mit 67 anwesenden von insgesamt 222 Mitgliedern am Sonnabendvormittag ungeachtet der nach draußen lockenden Sonne seinen Kreisparteitag. Helga Paschke, stellvertretende Kreisvorsitzende, bescheinigte ihrer Partei für die zu Ende gehende fünfjährige Wahlperiode eine „konstruktiv-kritische Arbeit“, bei der man sowohl Wegmarken gesetzt als auch eher zähneknirschend über Vorlagen abgestimmt habe, „von denen wir wussten, dass es keinen Spielraum gab“. Mit Bedauern stellte sie fest, dass der Wahlskandal von 2014 „das ganze Vertrauensverhältnis nahezu völlig zerstört“ habe und dass im Kreistag ein rauer, bisweilen nach rechts driftender Ton Einzug gehalten habe.

Sie dankte sowohl den nicht mehr, den wieder und den erstmals antretenden Kandidaten als auch den sachkundigen Einwohnern, deren „kritische Begleitung“ man auch weiterhin brauche.

Bilder

Zeit, Position zu beziehen

Die Spitzenkandidaten der drei Wahlbereiche machten am Rednerpult ihre persönliche Motivation deutlich, wobei es natürlich nicht überraschte, dass sich da Kongruenzen auftun – insbesondere was die Sorge über die gesamtgesellschaftliche Entwicklung angeht. So betonte Mario Blasche: „Es ist jetzt Zeit, Position zu beziehen und zu sagen ‚Das ist auch mein Land‘ und denen Paroli zu bieten, die nichts weiter als Hass und Angst verbreiten.“

Darüber hinaus bemerkte Katrin Kunert: „Ich habe den Wunsch, dass wir einen Landkreis gestalten, der lebenswert ist. Und ich bin neugierig auf die Dinge, die da kommen. Die Bewerberlandschaft wird gerade vielfältiger.“

Helga Paschke ging es selbstironisch an: „Wie es deutlich zu sehen ist, gehöre ich zu den alten Hasen – bin aber kein Hasenfuß.“ Und sie betonte: „Besonders wichtig für mich ist, dass die sehr von Armut Betroffenen nicht gegen die anderen, noch Ärmeren ausgespielt werden.“

Kandidaten für den Kreistag

Die Kreistagskandidaten der Linken im Landkreis Stendal sind: Wahlbereich I (Hansestadt Stendal): 1. Katrin Kunert, 2. Stefanie Schulz, 3. Manfred Meckel, 4. Bernd Hauke, 5. Dagmar Teutschbein, 6. Joachim Röxe, 7. Ludwig Reinig, 8. Kevin Schlamann, 9. Clemens Nitz, 10. Ray Woitek; Wahlbereich II (Osterburg-Bismark): 1. Mario Blasche, 2. Ina Emanuel, 3. Ruth Rothe, 4. Jürgen Emanuel, 5. Herrmann Paschke, 6. Horst Janas, 7. Philip Rost; Wahlbereich III (Elbe-Havel-Tanger): 1. Dr. Helga Paschke, 2. Günter Rettig, 3. Kerstin Schmidt, 4. Holger Köhne, 5. Denis Kreutadler, 6. Wolfgang März, 7. Sven Wegner, 8. Bodo Strube, 9. Stephan Skibbe, 10 Ralf Bremer, 11. Michael Lassowski, 12. Herbert Luksch.