Dahrenstedt l Angelehnt an das geflügelte Wort, das da fragt, ob etwas Kunst sei oder weg könne, würde Hejo Heussen wohl sagen: Bevor das wegkommt, mache ich lieber Kunst draus! Und so entdeckt man auf dem Kunsthof Dahrenstedt – zugleich das Zuhause des Künstlers – an den unerwartetsten Stellen Kunstwerke: kuriose, seltsame, befremdliche, meistens aber subtil amüsante. Da lässt ein in den Rasen eingelassenes Waschbecken samt zweier Wasserhähne schmunzeln oder irritiert ein theatral aus der Scheunenmauer nach außen ragendes Menschenpuppenbein. Ja, und warum sollte man einen ausgedienten metallenen, löchergestanzten Traktorschalensitz auch nicht als Lampenschirm verwenden?

In der aktuellen Ausstellung „upcycling art“ auf dem Kunsthof (bis 29. September 2020) sind jedoch nicht nur Hejo Heussens Arbeiten zu sehen. Hinzu kommen Werke zweier ganz unterschiedlich arbeitender Künstlerinnen.

Marlen Liebau befindet sich mit ihren Beiträgen zweideutig „auf dem Holzweg“, lässt Holz vom Baum bis zum Papier in all seiner Wandlungsfähigkeit erscheinen. Einen unbequemen Kontrast dazu setzt Angelika Flaig im alten Kuhstall: Hier kommen Arbeitsgeräte und industrielle Abfälle in ein obskures Miteinander.