Stendal (dly) l Wenn der Kreistag während einer seiner nächsten Sitzungen zustimmt, sollen ab 2021 alle Kinder und Jugendlichen bis zum vollendeten 18. Lebensjahr den öffentlichen Straßen-Personennahverkehr ganztägig und an allen Kalendertagen unentgeltlich nutzen dürfen. Die Bedingungen: Sie müssen ihren Hauptwohnsitz im Landkreis Stendal haben und ohne eigenes Einkommen sein.

Die Fraktionen SPD und Linke hatten im November vorigen Jahres beantragt, dass der Landrat die Voraussetzungen für die Einführung eines kostenlosen Schülertickets im Landkreis Stendal prüfen möge. Aus der Prüfung ist ein Beschlussvorschlag geworden, mit dem sich am Mittwoch, 27. Mai, der Schul-, Sport- und Kulturausschuss des Kreistages beschäftigt.

Im Landkreis Stendal wären (Stand 2019) rund 10.600 Schüler zur kostenlosen Nutzung des Busverkehrs berechtigt, davon zirka 9800 Schüler in allgemeinbildenden Schulen (Klasse 1 bis 12) und 800 Berufsschüler. Theoretisch könnte die Umsetzung so laufen, dass eine ermäßigte Schüler-Jahreskarte Abo (monatlich) erworben wird. Die kostet aktuell 94,50 Euro pro Monat. Dies aufs Jahr und auf die Zahl aller berechtigten Schüler hochgerechnet, ergibt sich eine Summe von knapp zwölf Millionen Euro. Für die Schülerbeförderung zahlt der Landkreis aktuell schon zirka 2,7 Millionen Euro. Die Einführung des kostenlosen Schülertickets würden damit Mehrkosten von 9,32 Millionen Euro bedeuten. Für die Berufsschüler soll eine Lösung gefunden werden, in der das Land und der Ausbildungsbetrieb beteiligt werden.