Stendal l Das Beste am Adventskalender, so wollen wir mal behaupten, ist ja nicht unbedingt das, was sich hinter jedem Türchen verbirgt, sondern die Vorfreude darauf. Die steigende Spannung, das Raten, was es wohl sein könnte, und dann der Moment des Türchenöffnens, den man – zumindest als Erwachsener – doch gern absichtlich etwas in die Länge zieht. Aber na klar, wenn sich einem dann etwas Schönes, Überraschendes, Wundervolles oder eben auch Ersehntes und Geliebtes offenbart, freut man sich umso mehr. Und das dann 24-mal!

Jeder kann Ideen einbringen

Solcherlei schöne Adventsmomente bescheren die Mitarbeiter der Evangelischen Stadtgemeinde Stendal gemeinsam mit zahlreichen Akteuren den Stendalern seit vielen Jahren in Form des Lebendigen Adventskalenders. „2007 haben wir damit angefangen und es wird immer sehr gut angenommen“, sagt Beate Kamlah, die diese Idee aus dem süddeutschen Raum mitgebracht hat. „Es kann sich jeder beteiligen, und wer jetzt schon eine Idee fürs nächste Jahr hat, meldet sich einfach im Gemeindebüro.“

Ihr Mitstreiter Johannes Schymalla findet es toll, dass es neben ohnehin stattfindenden Konzerten oder Andachten auch immer wieder ergänzende Angebote gibt: „Das müssen keine Mega-Events sein, sondern Vereine oder Hausgemeinschaften oder Privatpersonen können einfach dazu einladen, bei sich gemeinsam zu singen, zu basteln, zu backen oder den Besuchern zu zeigen, wie man etwas Bestimmtes anfertigt.“ Im Prinzip, ergänzt als Dritte im Bunde Steffi Hohmann, sei alles möglich, „nur keine politischen Veranstaltungen“.

Ein Türchen pro Tag

Und auch wenn sich manch einer ob des Ideenreichtums mehrere Aktionen an einem Tag wünscht, soll es nach Ansicht der Organisatoren so bleiben, wie es sich für einen Adventskalender gehört: Nur ein Türchen pro Tag.

Nun gehören Kamlah, Hohmann und Schymalla ja selbst zu all jenen, die diese adventlichen Momente organisieren, gestalten oder begleiten. Bleibt da überhaupt noch Zeit und Sinn, um den Advent auch ganz persönlich und privat zu genießen? „Das Schöne ist, dass man sich eben Zeit nimmt für Dinge, die man sonst nicht tut, und das vor allem gemeinsam mit anderen“, sagt Johannes Schymalla, der mit seinen Kindern gern zum Basteln ins Gertraudenhospital geht.

Ganz in Ruhe...

Das Basteln hat es auch Steffi Hohmann angetan: „Das ist etwas, was ich für mich mache, mit einer Tasse Tee, ganz in Ruhe. Aber ich genieße es auch, mit anderen zusammen zu basteln, zu backen und sich dabei zu unterhalten.“

Und für Beate Kamlah ist der Advent ganz einfach deshalb so besonders, „weil es die dunkle Jahreszeit ist, man im Kerzenschein beisammensitzt und schöne Gespräche führt“.

Was jedes Türchen bereithält, kann man in den in Stendal ausliegenden Faltblättern zum Lebendigen Adventskalender erfahren. Auch die Stadtgemeinde (Am Dom 18a, Stendal) hat davon einige bereitliegen.