Programm & Kosten

„KiWin – Mit Kindern in die Welt der Vielfalt hinaus“ läuft seit September 2016, Ende ist 2019. Es ist ein Modellprojekt zu ausgewählten Phänomenen gruppenbezogenger Menschenfeindlichkeit und zur Demokratiestärkung im ländlichen Raum.

Aus dem Bundesprogramm „Demokratie leben“ gibt es dafür 600 000 Euro.

Stendal l Der Ansatz ist simpel: Kinder wachsen nicht grundsätzlich in einem anderen Umfeld auf als Erwachsene. Zu ihrem Alltag gehören ebenso Kinder mit Handicap, mit anderer Hautfarbe, Kinder, die bei zwei Vätern oder zwei Müttern aufwachsen. Wie aber reagieren sie? Zum Beispiel wenn sie entscheiden: Du darfst mit mir spielen und du nicht. Nach welchen Kriterien entscheiden sich Kinder für oder gegen jemanden? Welche Gemeinsamenkeiten und Unterschiede für den Ein- oder Ausschluss gibt es zwischen Kindern und Erwachsenen? Gibt es sie überhaupt?

Fragen, mit denen sich das Projekt „KiWin – Mit Kindern in die Welt der Vielfalt hinaus“ bis Ende 2019 beschäftigen will. Das Modellprojekt, das es so nur im Landkreis Stendal gibt, ist Teil des Bundesprogrammes „Demokratie leben“. Umgesetzt wird es in Kooperation des Vereins Kinderstärken, der Hochschule Magdeburg-Stendal und des Kompetenzzentrums Frühe Bildung. Die wissenschaftliche Leitung hat Prof. Katrin Reimer-Gordinskaya von der Hochschule, die Projektleitung obliegt Susanne Borkowski vom Kinderstärken-Verein.

Kitas vom Land und aus der Stadt

Die Arbeit direkt in den vier ausgewählten Kindereinrichtungen erledigen Denise Mikoleit und Romy Schulze. Die Einrichtungen sind die evangelische Kita Stendal, „Bubila“ im Stadtseegebiet, „Waldesrand“ Grieben und „Knirpsenland“ Iden – eine gewollte Mischung aus zwei Kitas im ländlichen Raum und zwei in der Stadt, mit verschiedenen Trägern und Erfahrungen zum Beispiel mit der Integration vom Flüchtlingskindern.

So funktioniert es: Denise Mikoleit und Romy Schulze besuchen die Einrichtungen. Zwei Kitas sind in einer Intensivphase, die Besuche erfolgen dann an zwei Tagen pro Woche vormittags. In den anderen Kitas gibt es punktuelle Visiten. Nach einiger Zeit wird gewechselt. Die Frauen begleiten die Kinder beim Spielen und beobachten, werden auf Wunsch der Kinder einbezogen, geben aber selbst keine Impulse. Ziel ist es zu erfahren, wie Kinder Vielfalt wahrnehmen und damit umgehen, um im zweiten Schritt Methoden zu entwickeln, die die Kinder und Fachkräfte im Umgang mit Vielfalt unterstützen.

In jedem Jahr soll es eine Fachkonferenz geben, nach Wunsch der Projektakteure am Ende mit überregionaler Beteiligung. Ziel ist es, zum Abschluss ein Methodenhandbuch vorzulegen, mit denen Erzieher arbeiten können. Schon während des Projektes soll es den Austausch mit den Kollegen und mit Eltern geben.

„Als Träger sind wir daran sehr interessiert, denn es geht um urchristliche Werte“, begründet Superintendent Michael Kleemann die Teilnahme der evangelischen Kita an dem Projekt. Es sei wichtig und richtig und über das Spielen ein guter Weg, „schon frühzeitig die Spielregeln der Demokratie zu vermitteln. Denn was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.“