Unfallschwerpunkt in Stendal: Nicolaistraße/Ecke Blumenthalstraße

Wenn sich im Laufe von drei Jahren an derselben Stelle mehrere gleichartige Unfälle ereignen oder mehrere Unfälle mit Verletzten, werden diese Orte als Unfallhäufungsstelle eingestuft.

Eine solche ist die Kreuzung der Nicolai- mit der Blumen­thalstraße in Stendal. In den vergangenen drei Jahren haben sich dort insgesamt sechs Unfälle ereignet, bei denen sechs Personen leicht verletzt wurden. In fünf Fällen waren Fahrradfahrer beteiligt, die die Blumen­thalstraße aus Richtung Bahnhof (von dort ist sie eine Einbahnstraße) befuhren und beim Befahren der Kreuzung mit Autos zusammenstießen, die die Nicolaistraße aus Richtung Frommhagenstraße befuhren. Die Kreuzung taucht 2016 erstmals in der Unfallhäufungsstellen-Übersicht auf.

Um die Situation zu entschärfen, hat es in der vergangenen Woche einen Vor-Ort-Termin der Polizei mit Mitarbeitern der Stendaler Stadtverwaltung gegeben.

Zwei Möglichkeiten standen zur Wahl: den Weg für Radfahrer absperren oder den Weg für sie legalisieren. Letzteres soll nun erfolgen, kündigte Polizeikommissar Fred Mücke vom Polizeirevier Stendal an.

Geplant ist, vor der Kreuzung zwei Stellplätze an der Nicolaistraße wegzunehmen und mit gelben Schwellen entsprechend zu kennzeichnen/sperren. Dadurch bekommen Radfahrer, die auf dem nicht benutzungspflichtigen Radweg oder auf der Straße vom Bahnhof kommend an die Kreuzung heranfahren, eine bessere Sicht auf die Nicolaistraße aus Richtung Frommhagenstraße – sie sehen dann, ob ein Auto von rechts kommt. Das war bisher nicht der Fall und meist die Ursache für die Unfälle.

Zudem soll die Geschwindigkeit in diesem Bereich auf 30 Stundenkilometer begrenzt werden. (dly)

Stendal l Mal etwas mehr, im Folgejahr wieder etwas darunter – die Zahl der Verkehrsunfälle im Landkreis Stendal hat sich in den vergangenen Jahren um die 4000 eingepegelt. Polizeirat Carsten Töpfer, Leiter des Polizeirevieres Stendal, sprach am Freitag bei der Vorstellung der Verkehrsunfallstatistik 2016 von einem „Trend, der nach unten zeigt“. Insgesamt haben sich im vergangenen Jahr 3787 Unfälle im Kreis ereignet, 119 und damit drei Prozent weniger als 2015.

Zu den positiven Nachrichten gehören zudem die gesunkenen Zahlen bei den Schwer- und Leichtverletzten, bei den Unfällen mit Personenschäden insgesamt. Aber: Die Zahl der Verkehrstoten ist auf neun gestiegen, im Jahr 2015 waren es sieben.

Anstieg bei Unfällen unter Alkohol

Bei den Unfallursachen liegen nach wie vor die Wildunfälle an der Spitze (siehe Grafik). Zwischen 5 und 8 Uhr sowie 17 und 23 Uhr passierten 876 und damit 67,4 Prozent aller Wildunfälle. Mit 143 Unfällen gab es die meisten im April, gefolgt vom Oktober (127), November (122) und Mai (120). Statistisch erfasst wurde von der Polizei auch, welche Tiere in wie vielen Fällen beteiligt waren: Rehwild (968), Schwarzwild (91), Hasen/Wildkaninchen (80), Rotwild/Damwild (35), Fuchs (29).

Bei 13 Wildunfällen sind 13 Personen verletzt worden, drei von ihnen schwer. Trotz der hohen Gesamtzahl sind bei den Wildunfällen nur ein Prozent Unfälle mit Personenschaden. „Es gibt keine regionalen Schwerpunkte, die Wildunfälle verteilen sich über den gesamten Landkreis“, sagte Polizeikommissar Fred Mücke, im Polizeirevier Stendal für die Verkehrsorganisation verantwortlich.

Nach Wenden und Rückwärtsfahren folgt auf dem dritten Platz zu geringer Abstand, oft verbunden mit zu hoher Geschwindigkeit. „In diesem Bereich wollen wir unsere Maßnahmen intensivieren“, kündigte der Revierleiter einen der Präventionsschwerpunkte in diesem Jahr an.

Im vergangenen Jahr hat die Polizei 219 Verkehrsteilnehmer gestoppt, die folgenlos alkoholisiert unterwegs waren – ein Wert etwa wie im Jahr zuvor. Einen leichten Anstieg hingegen hat es bei den Trunkenheitsfahrten gegeben, die zu einem Unfall geführt haben. 63 dieser Unfälle wurden 2016 aufgenommen. Bei den folgenlosen Drogenfahrten stehen 133 in der Jahresstatistik, hinzu kommen neun Fälle, in denen die Fahrer Drogen und Alkohol konsumiert hatten. Bei allen vier Unfällen, die von Fahrern unter Drogeneinfluss verursacht wurden, war auch Alkohol im Spiel. Oft ziehen aufgedeckete Drogenfahrten Ermittlungen der Kriminalpolizei nach sich (Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz).

Bei den folgenlosen Alkohol- und Drogenfahrten spricht die Polizei von „reinen Kontrolldelikten“. Denn sie werden nur bei Kontrollen entdeckt. „Die Dunkelziffer ist vermutlich noch höher. Aber diese Dunkelziffer wollen wir aufhellen“, kündigte Polizeirat Carsten Töpfer an.