Wohnungsbau

Quartier wird aufgehübscht

Schluss mit Vermüllung und tristem Grün. Die Stendaler Wohnungsbau-Genossenschaft Altmark gestaltet einen Innenhof im Stadtsee völlig um.

Von Regina Urbat

Stendal l Mit Interesse verfolgen Bewohner der angrenzenden Hochhäuser die Baggerarbeiten. Sie werden noch einige Monate Zaungäste dessen sein können, was sich in ihrem Wohnquartier im Stadtsee alles tut.

Die Stendaler Wohnungsbau-Genossenschaft Altmark (WBGA) will den Innenhofkomplex an der Stadtseeallee – vis-à-vis der Arbeitsagentur – völlig neu gestalten. Aus dem tristen Grün, auf dem sich tagsüber meist nur Gassi-Geher mit ihren Vierbeinern tummeln und in den Abendstunden manch Trinkgelage stattfindet, soll eine Parklandschaft mit Freizeitmöglichkeiten entstehen.

Rund eine Million Euro sollen in die ersten beiden Bauabschnitte investiert werden, „ein dritter Abschnitt schließt sich daran noch an“, sagt Lars Schirmer. Beantragt sei eine 50-prozentige Förderung, so der geschäftsführende kaufmännische Vorstand bei der WBGA. Er macht kein Geheimnis daraus, dass dieses Vorhaben eine „große und schöne Aufgabe ist“. Und, dass das Projekt noch nicht „zu Ende geplant ist“, sagt Schiermer.

Ziel sei, dass die Umgestaltung des 31.500 Quadratmeter großen Areals „Sinn macht“ und Vorteile für alle Generationen bringt. Dazu gehören die 370 Mieter in den Wohnblöcken in der Dr.-Kurt-Schumacher-, August-Bebel- und Friedrich-Ebert-Straße. Bis auf ein Hochhaus, das der Stendaler Wohnungsbaugesellschaft gehört, sind alle anderen Plattenbauten, die den Innenhof umringen, Eigentum der WBGA. Für deren Mieter entstehen etwa 150 Parkplätze.

Nutznießer sollen zudem die Stendaler und auch Gäste sein. Beispielsweise werde von der WBGA geprüft, ob sich eine Indoorspielewelt realisieren lässt. Gemeint ist ein Gebäude, in dem Kinder und Jugendliche sich austoben können, ob auf einer Hüpfburg, Rutsche oder bei verschiedenen Sportspielen. Bislang gibt es solch eine witterungsunabhängige große Spiellandschaft noch nicht im Landkreis. „Sie wäre also ein Novum“, so Lars Schirmer.

Wie der Geschäftsführer im Gespräch mit der Volksstimme ausführt, sollen bei der weiteren Planung des dritten Abschnitts die Mieter mit einbezogen und befragt werden, „was sie sich für den Innenhof wünschen“. Vorstellbar sei zum Beispiel eine Bebauung für altengerechtes Wohnen.

Im Vordergrund steht jedoch jetzt der Abschnitt eins mit dem Bau der Abstellflächen für Pkw, die gemietet werden können. Ebenso der Neubau einer Grundstücksabgrenzung zur Stadtseeallee. Die alte brüchige Mauer ist bereits abgerissen worden. Aus Winkelstützelementen aus Beton wird eine neue aufgebaut, informiert Monique Beese. Die Mitarbeiterin bei der WBGA koordiniert das Bauprojekt. Die Planung und Bauleitung obliegt der Gesellschaft für Ingenieur-, Hydro- und Umweltgeologie mbH, kurz IHU. Das Ingenieurbüro mit Hauptsitz in Stendal wurde von der WBGA beauftragt, für den Innenbereich des Wohnquartiers ein Nutzungskonzept zu erarbeiten.

Der große grüne Innenhof ist erst nach der Wende entstanden. Zu DDR-Zeiten wurden dort zwei Polytechnische Oberschulen gebaut, die nach 1990 aufgegeben und später abgerissen wurden. Auf Reste dieser Bauwerke stoßen nun hin und wieder die Bauarbeiter der Firma Punzel. Es sind alte Rohrleitungen und Fundamente. Schwierigkeiten bereiten die Hinterlassenschaften nicht, versichert ein Tiefbauingenieur.

Zum Abschnitt eins gehören neben den Parkplätzen auch Wege und Zufahrten, alles soll gepflastert werden. Im zweiten Abschnitt liegt der Schwerpunkt auf dem Bau eines neuen Spielplatzes. Hierfür ist, wie Monique Beese informiert, ein Experten beauftragt worden. Was genau auf dem Spielplatz geplant ist, wolle sie nicht verraten. „Es soll eine Überraschung werden“, sagt die Koordinatorin und verrät lediglich: „Der Spielplatz sowie die ersten Parkplätze, Wege und Zufahrten sollen bis zum Jahresende fertiggestellt sein.“