Stendal l Baugerüste soweit das Auge reicht. Lärm schallt durch das Gebäude. Seit Ende März wird der Seitenflügel des Rudolf-Hildebrand-Gymnasiums in Stendal saniert. Dieser Trakt der Schule kann seitdem nicht genutzt werden. „Das Hauptgebäude steht uns noch zur Verfügung. Vier Räume befinden sich in den Containern auf dem Schulhof“, erklärt Arne Manecke, amtierende Schulleiterin.

Außerdem nutzt die Schule zwei feste sowie variable Räume des Winckelmann-Gymnasiums. Die unteren Klassen werden hauptsächlich im Haupthaus oder in den Containern unterrichtet. Die höheren Klassen wechseln zeitweise ins Winckelmann-Gymnasium.

„Ich habe meistens im Container Unterricht“, sagt die zwölfjährige Lenja Bernert. Sie besucht die 7. Klasse und ist stellvertretende Schülersprecherin. Für sie bieten die Räume in den Container Vorteile. „Sie sind geräumiger als andere und haben große Fenster“. „Das ist in der aktuellen Corona-Situation gerade zum Stoßlüften gut“, fügt Manecke hinzu.

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Kein Internet in Containern

Als Mobiliar in den Containern nutzt die Schule Tafeln, Tische und Stühle aus den Klassenräumen des Seitengebäudes. „Internet haben wir in den Containern nicht“, sagt die Schulleiterin. „Eine Klingel gibt es dort auch nicht und die Wände sind etwas hellhörig“, wirft Lenja mit einem Lächeln ein. „Trotzdem gelingt der Unterricht dort gut“, resümiert Arne Manecke.

Die 15-jährige Schülersprecherin des Gymnasiums, Eva Weise, hat lediglich einige Stunden Vetretungsunterricht in den Containern. Die Zehntklässlerin wechselt für einige Fächer in die Räume des Winckelmann-Gymnasiums. Der Weg dorthin nimmt einige Minuten in Anspruch. „Wir haben versucht, möglichst Doppelstunden ins Winckelmann-Gymnasium zu legen, damit der Wechsel zwischen den Gebäuden reibungslos funktioniert“, erklärt Arne Manecke.

Ungewöhnlich ist der Wechsel nicht, weil die Schüler des Hildebrand-Gymnasiums generell auch die Sporthalle des Nachbargymnasiums benutzen. „Wir haben keine eigene Halle auf unserem Gelände“, begründet die Pädagogin. Die Sanierungsarbeiten beeinträchtigen somit nicht den Sportunterricht.

Pause auf dem Möchskirchhof

Die Sanierungsarbeiten und die extra aufgestellten Container begrenzen die Fläche des Schulhofes, sodass sich in den Pausen nicht mehr alle Klassen dort aufhalten können. „Die 5. bis 8. Klassen verbringen ihre Pause auf dem Schulhof. Die übrigen Schüler verweilen auf dem Mönchskirchhof“, sagt Manecke.

Bisher ist auf dem Möchskirchhof kein Müllproblem aufgetreten. „Wir haben vorher mit den Schüler darüber gesprochen.“ Um eine Vermüllung der Parkanlage zu vermeiden, stellt die Aufsichtsperson zusätzliche Mülleimer auf. „Unsere Schüler verhalten sich sehr vorbildlich.“ Das bestätigt Eva Weise. „Ich werfe meinen Müll sofort in den vorgesehenen Eimer.“

Die Schulleitung steht oft in Kontakt mit dem Hochbaumt des Landkreises, das die Sanierungsarbeiten leitet. Dadurch kann Einfluss auf den Baulärm genommen werden, wenn Klausuren anstehen, . Doch dies ist nicht bei allen Tests und Klassenarbeiten möglich. „Wir bitten dann die Schüler, Ohropax zu benutzen“, sagt die Schulleiterin.

Durch die Sanierung des Seitenflügels fand die Essensausgabe seit Schulstart nicht statt. Das Schulamt erarbeitete mit den Elternvertretern einen Plan, um den 5. bis 7. Klassen das Mittagessen zu ermöglichen. Um die Corona-Maßnahmen einzuhalten, seht jeder Klassenstufe ein Raum im Keller des Hauptgebäudes zur Verfügung, wo die Schüler ihr Assiettenessen bekommen.

Neue Essensräume

Selbstverständlich ist diese Form der Verpackung nicht umweltschonend, stellt Manecke klar. „Dadurch entsteht aber keine Schlange bei der Essensausgabe“, gibt Arne Manecke zu. Jedoch sei das die einzige Möglichkeit, dass die Schüler in der Schule eine warme Mahlzeit zu sich nehmen können. „Wenn der Umbau des Seitenflügels fertig ist, haben wir dort für die Essensausgabe neue Räume zur Verfügung“, sagt die Schulleiterin und versichert: „Dann gehört das Assiettenessen der Vergangenheit an“.

Die zwei Schülerinnen und die Schulleiterin freuen sich schon auf das Ende der Umbauarbeiten. „Ich bin gespannt, wie die Räume dann aussehen werden“, sagt Lenja. Das Hildebrand-Gymnasium wird in zwei Abschnitten energetisch saniert. Der erste Bauabschnitt befasst sich mit dem Seitenflügel. „Wir gehen davon aus, dass bis Ende Februar 2021 der Abschnitt fertig ist“, erklärt Anja Krüger, Amtsleiterin des Hochamts und Gebäudemanagements.

Im zweiten Bauabschnitt werden das Hauptgebäude und die Sanitäranlagen saniert. Außerdem soll ein Aufzug eingebaut werden. Für diesen Abschnitt plant das Hochbauamt ein Jahr ein. Die Fassade wird verputzt, das Dach neu gedeckt sowie die Heizung, Türen und Fenster erneuert.

Durch ein Förderprogramm der Europäischen Union wird das Projekt mit knapp 3 Millionen Euro finanziert. Weitere 2,6 Millionen Euro zahlt der Landkreis.