Stendal l Die Zahl ist eine ansehnliche Hausnummer: Drei Millionen Euro wollen die Brüder Gerit und Marco Hübener in Stendal investieren. Im Januar stellten die Tangermünder Unternehmer im Stadtentwicklungsausschuss ihre Pläne für den Umbau eines ehemaligen Husaren-Stalls am Rande des Justizzentrums „Albrecht der Bär“ in der Clausewitzstraße vor. Das arg renovierungsbedürftige und unter Denkmalschutz stehende Gebäude soll außerdem um einen Neubau ergänzt werden.

Insgesamt wollen die Hübener-Brüder so 1000 Quadratmeter Bürofläche schaffen. Genutzt werden sollen die Räume zum Beispiel von Kanzleien. Die Resonanz der Ausschussmitglieder war damals überwiegend positiv. Doch wie weit ist das Vorhaben in der Zwischenzeit gediehen? Und ist mit einer baldigen Umsetzung zu rechnen?

Verwaltung in Stendal optimistisch

Die Antworten der Stendaler Stadtverwaltung fallen vorsichtig optimistisch aus. Was vor allem an einem Faktor liegt: dem Bebauungsplan für das Areal des Justizzentrums. Der müsse nämlich wegen des geplanten Neubaus geändert werden, teilt Armin Fischbach von der Pressestelle der Stadt Stendal mit. Andernfalls könne keine Baugenehmigung erteilt werden. Demnach sei es notwendig, „die derzeit festgesetzte öffentliche Grünfläche um Baufeld zu erweitern“. Die gute Nachricht für die Investoren: Momentan befänden sich die zuständigen Ämter in der Vorabstimmung.

Damit wäre der Weg für Sanierung und Neubau allerdings noch nicht frei. Denn hat die Verwaltung ihren Part erledigt, hat auch die Öffentlichkeit noch ein Wörtchen mitzureden. Der geänderte Bebauungsplan wird auf jeden Fall noch einmal ausgelegt.

Sanierung von Husaren-Stall dauert

Auch die Träger der öffentlichen Belange – zum Beispiel Energieversorger – dürfen sich dann zum Sachverhalt äußern. Zu guter Letzt müssen die politischen Gremien der Stadt zustimmen. Armin Fischbach schätzt, dass das gesamte Verfahren etwa anderthalb bis zwei Jahre in Anspruch nehmen wird.

Zumindest in Hinblick auf den Denkmalschutz ist man aber bereits ein Stück weiter. Die Auflagen betreffen dabei in erster Linie die Außenfassade des historischen Stalls. Die muss nämlich so weit wie möglich erhalten bleiben, heißt es aus dem Rathaus. Freiere Hand lasse die Denkmalpflege den Bauherren jedoch im Inneren des Gebäudes.

Laut Armin Fischbach sei dies keinesfalls ungewöhnlich. Bei der neuen Gerätehalle der Feuerwehr, bei der ebenfalls ein Teil eines ehemaligen Husaren-Pferdestalls einbezogen wird, seien stärkere Veränderungen des Innenraums ebenfalls erlaubt.