Stendal l Gehofft hatte es Domkantor Johannes Schymalla ja schon – und nun wird es auch so sein: Dass die diesjährige Sommermusik im Stendaler Dom zumindest teilweise stattfinden kann. Aus acht geplanten Konzerten werden zwar nur vier, aber diese Hälfte sei dann eben doppelt intensiv, meint der Kantor augenzwinkernd. „Die Musiker sind froh, dass sie endlich wieder auftreten können, und ich bin froh, dass wir endlich wieder etwas anbieten können.“

Sonntag, 9. August, 18 Uhr

„So Sorry! I have stolen“ („Tut mir so leid! Ich habe gestohlen.“) bekennt spaßig Joachim Thoms zu seinem Programm. Der Berliner Organist begeisterte in Stendal schon mehrfach mit seinen Orgelimprovisationen – die diesmal ausschließlich aus „Plagiaten“ bestehen. Er improvisiert nach berühmten Themen vom Barock bis zum Jazz, sagt er. „Sie werden viele gute Bekannte wie Vivaldis Frühling oder Mendelssohns italienische Sinfonie bis hin zu Adaptionen über Jazzstandards oder den Tango ‚La cum Parsita‘ treffen. Alle Stücke werden von mir ohne Notenvorlage gesungen, gespielt und vorher anmoderiert.“

Zur besseren visuellen Verständlichkeit wird das Konzert auf Leinwand ins Kirchenschiff übertragen.

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Sonntag, 16. August, 18 Uhr

Das Duo „Conexus“ (ehemals „Café 1930“) kommt mit Akkordeon und Violine und spielt Tangos von Astor Piazzolla sowie Musik von Bach in „kühner Verknüpfung“ (daher der neue Name: Conexus, lat. = Verbindung). Tabea Höfer und Marek Stawniak gehen mit Spielfreude und Neugier neue musikalische Pfade und wagen dabei laut Ankündigung „verwegene Zeitsprünge in der Musikgeschichte“, lassen ihre Zuhörer „an den klingenden Experimenten zwischen Barockmusik und Tango teilhaben“.

Sonntag, 23. August, 18 Uhr

Das Trio „Suoni Dorati“ (Goldene Klänge) besteht aus Marleen Mauch (Sopran), Hans Jacob (Trompete) und Marco Lemme (Orgel). Auf ihrem Sommerprogramm stehen unter anderem ein Hornkonzert des 18. Jahrhunderts sowie zwei Werke Charles Villiers Stanfords (Ende des 19. Jahrhunderts), der als Erneuerer der englischen Kirchenmusik gilt.Darüber hinaus werden Stücke von Bach, Haydn und Barber erklingen.

Sonntag, 30. August, 17 Uhr

Erstmals gibt eine Jütting-Stipendiatin ihr Konzert im Rahmen der Sommermusiken – einfach, weil im Dom das passende Instrument steht. Laura Schlappa zählt mit ihren 19 Jahren zu den großen Orgel-Talenten, besuchte zahlreiche Meisterkurse und studiert seit 2018 Kirchenmusik an der Hochschule für Musik in Detmold. Im Januar 2020 gewann sie beim internationalen Londoner Orgelwettbewerb in ihrer Altersklasse den 1. Preis.

In Stendal spielt sie Werke von Dietrich Buxtehude, Johann Sebastian Bach, Franz Liszt, Charles-Marie Widor und Jean Guillou – also Musik vom 17. bis zum 21. Jahrhundert.

Die Eintrittskarten zu den Konzerten gibt es jeweils an der Abendkasse.