Tangerhütte l „Elbe-Tanger“ würde Wolfgang März lieber auf den Ortseingangsschildern sehen als das bisherige „Stadt Tangerhütte“. Dem Uchtdorfer war allerdings bewusst, dass sein entsprechender Antrag an den Stadtrat für Zündstoff sorgt.

Deshalb betonte er bereits eingangs der Diskussion, um seine Fraktion „Die Linke“ zu schützen, dass allein er diese Idee zu verantworten habe. Auch der Fraktionsvorsitzende Bodo Strube unterstrich: „Die Linke geht mit dem Antrag nicht mit.“

Mit dem Namen „Elbe-Tanger“ könnten sich sowohl die Dörfer als auch die Kernstadt der Einheitsgemeinde identifizieren, begründete März. Der Bekanntheitsgrad der gesamten Region würde sich erhöhen, was auch den Tourismus ankurbeln könnte.

Er erinnerte daran, dass der aktuelle Name „Stadt Tangerhütte“ vor Gründung der Einheitsgemeinde von „einem Gremium aus Bürgermeistern“ beschlossen wurde. Nunmehr könne demokratischer über eine Umbenennung diskutiert werden.

Verwaltung sollte Auswirkungen prüfen

Wolfgang März wollte auf der letzten Stadtratssitzung in dieser Legislaturperiode am Mittwochabend auch keinen endgültigen Beschluss, aber er wollte, dass sein Anliegen in den Ausschüssen diskutiert und eine Abstimmung durch die Bevölkerung zugelassen wird.

Die Verwaltung der Einheitsgemeinde hingegen sollte die Auswirkungen prüfen. Als möglichen Umbenennungszeitpunkt nannte er den 1. Januar 2021.

Anderer Name zieht nicht mehr Touristen an

Eine weitere Diskussion über „Stadt Tangerhütte“ oder „Elbe-Tanger“ wird es aber nicht geben. Mit großer Mehrheit wurde der Antrag über die Fraktionsgrenzen hinweg abgeschmettert.

Rita Platte (Wählergemeinschaft Altmark Elbe) bezeichnete diese Idee zwar als „lobenswert“, sie erinnerte aber auch an die Kosten und den organisatorischen Aufwand. Mit der Zusammenlegung von Dörfern und Stadt 2010 hätte die Chance bestanden, das Gebilde „Tangerhütte-Land“ zu nennen.

Diese sei vertan worden, nun müsse man mit den Fakten leben. Allerdings verlieh sie ihrer langjährigen Forderung Nachdruck: „Die Dörfer müssen im Kopfbogen der Einheitsgemeinde mit benannt werden.“

Auch Daniel Wegener (CDU) erinnerte an die Kosten und widerlegte mit Blick auf Rogätz das Argument bezüglich der Tourismusförderung. Der Name „Elbe-Heide“ beschere der Region auch nicht mehr Gäste. Ihm wäre es lieber, wenn die einstigen Ortsteile der heutigen Ortschaften, beispielsweise Briest, Mahlpfuhl, Ottersburg oder Stegelitz, durch einen Ortsvorsteher mehr Gehör finden würden.

Marcus Graubner (CDU) erinnerte an die Tradition, die hinter dem Namen Tangerhütte steckt. Gerd Bodenbinder (SPD) zweifelte an, dass ein neuer Namen den Zusammenhalt zwischen Dörfern und Stadt stärke.

Frank Dreihaupt (Unabhängige Wählergruppe Südliche Altmark) forderte spöttelnd, dass erst einmal alle Dörfer in der Einheitsgemeinde ankommen sollten, denn der Untertitel „Stadt Tangerhütte“ fehle nach nunmehr neun Jahren noch immer auf den Ortseingangsschildern von Bellingen, Hüselitz, Lüderitz, Schernebeck und Weißewarte.