Stendal l Fast jeder kennt es: Die eine Katze, die immer wieder durch eine Wohngegend streunt und scheinbar zu niemandem gehört. Einige dieser Tiere sind zutraulich, andere scheuen sich vor dem Kontakt mit Menschen. Viele davon müssen ohne menschliche Hilfe überleben.

Verwilderten Katzen sind keine Seltenheit. Eine genaue Zahl für den Landkreis Stendal oder für Sachsen-Anhalt hat jedoch niemand. Der Tierschutzbeauftragte des Landes, Marco König, schätzt laut Angaben des Landwirtschaftsministeriums die Zahl in Sachsen-Anhalt auf etwa 100.000 Tiere. Die Population steige stetig. Laut der Bundestierärztekammer sind „viele frei lebende Katzen abgemagert, leiden unter Endo- und Ektoparasitenbefall und oftmals auch unter chronischen Infektionen.“

13.000 Junge pro Katzenpaar

Das Problem ist, dass sich diese kranken und verwilderten Katzen schnell vermehren. Auch durch Hauskatzen, die unkontrolliert durch die Nachbarschaft streunen können. Die Welpen der Katzen wachsen wiederum in den schlechten Bedingungen auf, werden auch wieder krank oder sterben. Viele Tierschützer sehen deshalb die Kastration von einerseits Freigängerkatzen, andererseits verwilderten Katzen als Lösung.

Nach Zahlen des Altmärkischen Tierschutzvereins Kreis Stendal kann rein rechnerisch „ein einziges Katzenpaar innerhalb von fünf Jahren bis zu 13.000 Junge ‚produzieren‘“. Diese Katzen hätten es in der Folge meistens nicht sehr gut: „Oft vegetieren sie erbärmlich in Schuppen und Scheunen ohne tierärztliche Hilfe, Nahrung und menschliche Nähe. Die überlebenden Katzen sind meistens sehr krank, abgemagert und ständig auf der Suche nach Futter“, schreibt Susanne Wieske vom Altmärkischen Tierschutzbund.

Mehr Infos im E-Paper oder der Printausgabe vom 19. November 2020.

Den Altmärkischen Tierschutzverband Kreis Stendal erreichen Sie unter: (03931)216363.