Stendal l An der Grundausrichtung des Tiergartenkonzeptes soll sich nichts ändern, die drei zentralen Säulen bleiben: Haltung von Tierarten, die sich unter nordeuropäischen Klimabedingungen halten lassen; Angebote für Kinder wie Spielplätze und begehbare Streichelgehege; einen Beitrag zu leisten für Erholung und Bildung. So stand es schon in den bisherigen Konzeptionen, die es seit 2005 gibt und die immer für fünf Jahre fortgeschrieben werden. Die aktuelle läuft zum Jahresende aus, darum hat der Stadtrat während seiner Sitzung am 2. Dezember die Konzeption für 2020 bis 2024 auf dem Tisch. Darin geht es um Investitionen, um den Tierbestand und um die mögliche Erhöhung der Eintrittspreise.

Tierbestand: Artenvielfalt und Anzahl der Tiere haben sich in den vergangenen Jahren kaum verändert. Das soll auch in den nächsten fünf Jahren so bleiben. Bei einer Zählung Mitte dieses Jahres lebten 456 Tiere in insgesamt 73 Arten im Stendaler Tiergarten.

Erweiterung des Geländes vorerst vom Tisch

Investitionen: Wegen der zu hohen Kosten hatte der Stadtrat Anfang des Jahres entschieden, vorerst auf eine Erweiterung des Tiergartengeländes in Richtung Erich-Weinert-Straße zu verzichten. Auf Antrag der Fraktion SPD/FDP/Piraten/Ortsteile hatte es einen Prüfauftrag und diesem folgend eine Machbarkeitsstudie mit zwei Varianten gegeben. Bei den Investitionen soll nun das Hauptaugenmerk auf den Bau des seit Jahren geforderten neuen Kioskgebäudes gelegt werden. Schon für dieses Jahr war Geld dafür im Haushalt eingeplant, wegen anderer Projekte im Bauamt (Grundschul-Neubau, neue Kita Uenglingen, energetische Sanierung des TdA) wurde das Kiosk-Vorhaben auf 2020 verschoben. Das Geld soll dann wieder im Haushalt bereitstehen.

Investiert werden soll in den nächsten fünf Jahren aber auch in Anlagen und Einrichtungen des Tiergartens. So sieht der Plan aus: 2020/21 Sanierung Dach- und Außenfassade des Futterlagers (20.000 Euro), 2022 Austausch und Entsorgung der Bahnschwellen in der Damwildanlage I (30.000 Euro), 2023/24 Austausch und Entsorgung der Bahnschwellen in der Damwildanlage II (20.000 Euro), 2024 Erneuerung Fußboden im Sozialgebäude (20.000 Euro).

Moderate Gebührensteigerung

Eintrittspreise: Wegen steigender Kosten für Energie, Wasser und Abwasser, Futter, Heizöl und Kraftstoff geht die Stadtverwaltung davon aus, dass Kostenerhöhungen „perspektivisch ... durch Gebührenerhöhungen in einem moderaten und sozialverträglichen Maße abgefangen werden müssen“. Heißt: Die Eintrittspreise werden erhöht. Keine neue Nachricht, schon 2017 hatte die Verwaltung dies in einer Mitteilungsvorlage in Aussicht gestellt. Nach jetzigem Plan sollte die Gebührensatzung im kommenden Jahr überarbeitet werden, damit die Eintrittspreise ab 2021 moderat angehoben werden können.

Derzeit bezahlen Erwachsene drei Euro, Kinder und Jugendliche vom vollendeten dritten Lebensjahr bis zum vollendeten 18. Lebensjahr, Schüler, Studenten, Auszubildende, Personen im freiwilligen sozialen Jahr und Schwerbehinderte einen Euro. Eine Familienkarte (zwei Erwachsene und zwei Kinder) kostet sieben Euro, jedes weitere Kind einen Euro zusätzlich.