Für das neue Blockhaus in Weißewarte wird nächsten Freitag mit Richtfest gefeiert

Tourismuszentrum neben Wildpark wird aus 82 Harzer Fichten errichtet

Von Birgit Schulze

Zwei Jahre haben die Weißewarter auf den Moment gewartet, in dem sichtbar etwas passiert – für den Tourismus in ihrem Dorf und ihrer Region. Seit Montag errichten die Handwerker neben dem Wildpark, wo einst eine Gaststättenruine stand, den neuen Tourismus-Infopunkt aus Naturstämmen. Ortsbürgermeister und Landtagsmitglied Detlef Radke ließ sich einen Besuch auf der Baustelle nicht nehmen – und ist begeistert.

Weißewarte. Es sieht ein bisschen aus wie ein Kinderpuzzle aus lauter naturfarbenen Holzstäbchen – allerdings nur von Weitem. Wer sich näher heran wagt, der sieht die gewaltigen Durchmesser der über 120 bis 140 Jahre im Harz herangewachsenen Fichtenstämme, die schwersten wiegen rund drei Tonnen.

"Die Bäume werden von uns selbst ausgesucht, geschält gehobelt und handverarbeitet – das ist ein uraltes Handwerk und mit viel Fleiß verbunden", sagt Joachim Wagner von der Mahlwinkler Firma Blockhaus Wagner. Sein Unternehmen baute bereits 1997 das hölzerne Kassenhaus für den Wildpark Weißewarte auf. "Detlef Radke hat mich damals auf die Idee gebracht", sagt Wagner. Seither hat er viele Blockhäuser im kanadischen Stil erbaut.

Genau 82 Bäume sind für den neuen Weißewarter Infopunkt aus dem Oberharz in die Altmark gebracht worden, das Gebäude wird rund 200 Quadratmeter Fläche bieten, darunter den Eingangsraum mit Informationstheke, einen Versammlungsraum, Sanitäranlagen, Technikraum und einen Ausstellungsraum im Obergeschoss.

Die Arbeiten an dem neuen Schmuckstück des Ortes, das zwar direkt neben dem Wildpark steht, aber nicht zu der Freizeiteinrichtung gehört, hatten bereits im September begonnen. Einmal komplett aufgebaut und wieder demontiert wurde es in Mahlwinkel, bevor es jetzt auf Tiefladern und begleitet von einem großen Kran nach Weißewarte umzog.

Das Gebäude gehört zu einem komplexen Projekt, das im Rahmen einer EU-Förderung zur Verbesserung der touristischen Infrastruktur mit rund 90 Prozent unterstützt wird. Unter anderem gehört auch der Anschluss der Region Weißewarte an den Elberadweg bei Jerchel/Grieben zu dieser Maßnahme dazu. Die Eigenmittel für das rund eine Million Euro umfassende Projekt werden nicht aus dem Gemeindehaushalt entnommen, betont Ortsbürgermeister Detlef Radke, sondern sie werden mit Hilfe von Sonderfinanzierungsmöglichkeiten gedeckt. "Ich bin richtig begeistert", sagt Radke, während er das Wachsen des massiven Blockhauses beobachtet. Und er ist froh darüber, dass das Projekt von einer regionalen Firma umgesetzt werden kann. Gleichzeitig freut er sich schon jetzt auf die ersten Gäste, die künftig am wärmenden Kamin des Touristikzentrums sitzen werden.

"Durch dieses Gebäude wird auch unser Wildpark an Attraktivität gewinnen, und es wird dazu beitragen, dass auch im Winter Touristen hierher kommen", ist sich Radke sicher. Und auch wenn die Einweihung des Schmuckstückes in Weißewarte erst für April/Mai 2011 geplant ist, so will Detlef Radke gerne schon jetzt den ersten Meilenstein, das Richtfest für das Haus, feiern: Am Freitag, 17. Dezember, ab 14 Uhr lädt er alle Einwohner Weißewartes dazu ein. Bratwurst, Glühwein und Bier wird er selbst dafür spendieren.